![]() |
CARCASSONNE AUDE
|
Und in der Tat, im Inneren des Theaters hatten soeben 17 Bürgermeister eine 47ste Stadt der Liste der Stierkampfstädte hinzugefügt, während draußen etwa hundert mutige Demonstranten dem schlechten Wetter trotzten, um den versammelten „Stadtvätern“ zuzurufen : „Sie sind nicht würdig, uns zu vertreten!“.
Am Ausgang des Theaters konnten die Volksvertreter u.a. auf Banderolen lesen « Quälerei ist nicht unsere Kultur! » und ebenso bekamen sie zu hören « Wo bleibt Ihr Gewissen ? »
Auf der gegnerischen Seite gab es nur verlegendes Schulterzucken, während der Bürgermeister von Dax, Präsident des Stierkampfclubs, im Vorbeigehen mit der Faust auf ein Protestplakat, das ein Demonstrant hielt, einhieb. Daraufhin begleiteten ihn einige Demonstranten in angemessener Weise, ohne ihm zu Leibe zu rücken,zu seinem Auto, das er auf einem Parkplatz für Behinderte abgestellt hatte. Eine gute Lektion in Bürgerkunde !
Während dessen entfloh der Bürgermeister von Carcassonne über eine Hintertreppe, um nicht mit seinen Bürgern konfrontiert zu werden, um so mehr, da er gerade die Verdienstmedaille seiner Stadt dem oben zitierten beispielhaften Präsidenten verliehen hat.
In der Zeitung „Midi Libre“ des selben Tages erklärte das Oberhaupt von Carcassonne, „dass die Corridagegner sich zurückhalten sollten, denn er plane 5 bis 6 Corridas pro Jahr zu veranstalten“.
Welch ein Größenwahn! Vielleicht sollte sich auch die Stadt Nîmes zurückhalten, denn die Konkurrenz zwischen den beiden Stierkampfstädten kündigt sich mit Härte an.
Der Kongress der französischen Stierkampfstädte wird nun schon im zweiten Jahr mit den Protesten der Stierkampfgegner konfrontiert. Im Jahre 2002 organisierte das FLAC Komitee von Bordeaux-Gironde den Protest in der Stadt Floirac.
Robert Clavijo, Präsident von COLBAC, wies darauf hin, dass die Corrida ein Fass ohne Boden ist. Er zitierte die Stadt Nîmes, die trotz der vergnügungssüchtigen Massen, die von den Ferias angelockt werden, in tiefen Schulden steckt.
Als Nächste zeigten Claude Van Dyck vom Komitee FLAC Perpignan und Charles Kondoky Vizepräsident des Tierschutzvereins Perpignan ihre Entschlossenheit , die Corrida zu bekämpfen.
Da Marie-Louise Calvet aus Bourg-Madame, Präsidentin von APAC, wegen Schneefalls in den Pyrenäen nicht kommen konnte, wurde sie von Jean-Pierre Dunyach vertreten. Auch unsere Freunde aus Toulouse sind gekommen, angesichts der Gefahr, dass vor den Toren ihrer Stadt nicht nur in Rieumes, sondern jetzt auch in Fenouillet Stierkämpfe veranstaltet werden.
Schließlich danken wir auch den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern von Carcassonne, die den Mut hatten, ihren Stadtverordneten eindrücklich zu sagen, dass sie in ihrer Stadt, die immerhin 2 Stätten des Weltkulturerbes (Mittelalterliche Festunsstadt und Canal du Midi) beherbergt , keine Weltkulturschande zulassen werden.
Ein Dankeschön auch den Vertretern der FBB sowie den Mitgliedern der « Alliance pour la supression des corridas », die diese Aktion unterstützt haben.
Besondere Dank gilt auch der « Confédération Paysanne de l'Aude » (den Grünen nahestehender Landwirteverband), der als „außenstehende“ Organisation uns erheblich unterstützt.
Berichterstattung in den Medien : |