Dezentralisierte Aktion
Aktion " Absatz 3 "
Pazifistisches Treffen
vor der Nationalversammlung
(Place Edouard Herriot)
Mittwoch, den 28.April 2004
ab 12 Uhr 30
Absatz 3 des Artikels 521-1 des französischen Tierschutzgesetzes ist, obwohl er eine großzügige Ausnahmeregelung für den Stierkampf enthält, immer noch ein Dorn im Auge der Stierkampflobby, da er nicht eindeutig die Ausdehnung des Stierkampfes auf ganz Frankreich erlaubt. Bestrebungen, das Gesetz aufzuweichen, tritt die F.L.A.C. entschieden entgegen und fordert darüber hinaus die Abschaffung der Ausnahmeregelung
Gesetzesvorschlag der Abgeordneten der französischen Nationalversammlung Muriel Marland-Militello

Der Abgeordnete und Bürgermeister von Bayonne Jean Grenet traf die Abgeordnete Muriel Marland Militello

Abgeordnete, die den Gesetzesvorschlag der Abgeordneten Marland-Militello unterstützen.

Aktion " Absatz 3 "

Nachlese zur Aktion vom 28.April in Paris

Bezüglich der Tierquälerei beim Stierkampf und dem Kommentar eines Politikers im Radiosender France CULTURE

Der Vorstand der F.L.A.C. hat in seiner Sitzung vom 27. März 2004 folgenden Maßnahmen für diese Aktion beschlossen:
  • Bildung einer Delegation aus Vertretern verschiedener Gruppen der F.L.A.C. und anderen Organisationen, die punktuell mit ihr zusammenarbeiten. Die Aufgabe der Delegation ist es, die Abgeordneten, die unser Anliegen unterstützen, zu treffen.
  • Schaffung eines Dokuments, das insbesondere die wiederholte Forderung nach Abschaffung des Ausnahmeparagrafen Absatz 3 des Artikels 521-1 des Strafgesetzbuches (Tierschutzbestimmungen) beinhaltet.
  • Gemeinsame Pressemitteilung für alle Medien
  • Dezentralisierte Aktion : Diese Aktion wird in der Provinz durch alle Komitees und Delegationen verschiedener befreundeter Vereinigungen durchgeführt. Sie sind beauftragt, unser Dokument mit den Forderungen den Abgeordneten ihrer Wahlkreise direkt in deren Wahlkreisbüros zu überreichen.
  • Verteilung von Flugblättern

Diese Aktion wurde von der F.L.A.C. in Zusammenarbeit mit GRAAL am 25.April 2001 eingeleitet. Ihr Ziel ist, wie immer wieder gefordert, den betreffenden Artikel des Gesetzes abzuschaffen.

(Auf der anderen Seite feierten derweil die Stierkampfveranstalter das 50jährige Jubiläum des Gesetzes "Ramarony-Sourbet" mit der Verteilung eines Manifestes, das von allen nationalen Stierkampforganisationen unterzeichnet wurde.)

Vielen Dank für die Unterstützung und Bekanntmachung dieser wichtigen Aktion. Sie soll gleichermaßen das Treiben der parlamentarischen Arbeitsgruppe "Tierzucht und Tradition" anprangern, welche mit allen Mitteln die perverse Veranstaltung von Stierkämpfen auf ganz Frankreich auszudehnen versucht.

Schriftliche Anfrage an die Regierung
Dieses Dokument wurde allen Abgeordneten
der Nationalverammlung überreicht
Der bzw. die Abgeordnete macht den Premierminister auf die Notwendigkeit aufmerksam, das Gesetz Ramarony-Sourbet zu revidieren.
Dieses Gesetz vom 24. April 1951 veränderte das Strafgesetzbuch durch die Einführung eines Absatzes, der den Stierkampf toleriert. Absatz 3 des Artikels 521-1 (ebenso Absatz 3 der Artikel R 645-1 und R-655-1) des Strafgesetzbuches erlaubt das Abhalten von Stier- und Hahnenkämpfen, wenn "eine ununterbrochene lokale Tradition" nachgewiesen werden kann. Diese Traditionen rechtfertigen nicht die ständige Wiederholung von Grausamkeiten.
Es hat sich herausgestellt, dass in Städten mit Stierkampftradition in den Schulen der Stierkampf Gegenstand des Unterrichtes ist und für ihn geworben wird.
Der Premierminister wird gefragt, ob er bereit ist, Maßnahmen zu ergreifen, um diese Art von Praktiken zu beenden.
Gesetzesvorschlag
der Abgeordneten der französischen Nationalversammlung
Muriel Marland-Militello
Antrag zur Abschaffung des Absatzes 3 desArtikels 521-1 des Strafgesetzbuches

Vorschlag für einen Brief an die Abgeordnete
Seit 50 Jahren gibt es in der französischen Gesetzgebung ein ungerechtes Gesetz, das im Widerspruch zu dem Verfassungsprinzip der französischen Republik "Une et Indivisible" steht.
Es handelt sich um Absatz 3 des Artikels 521-1 des Strafgesetzbuches, dessen Tierschutzbestimmungen Stierkämpfe als Ausnahme tolerieren , wenn
"EINE UNUNTERBROCHENE LOKALE TRADITION NACHGEWIESEN WERDEN KANN ".
Der missbräuchliche Gebrauch dieser Ausnahmebestimmung durch die Stierkampfanhänger und die großzügige Auslegung des Gesetzes durch zahlreiche Richter, erlaubt den Organisatoren dieser Spektakel, sich alles herauszunehmen trotz des generellen Verbots von Tierquälerei, das dieses Tierschutzgesetzes ausspricht.
Dieser Widerspruch in dem Gesetz ist eine Ungerechtigkeit, der in einem demokratischen Land wie Frankreich abgeschafft werden muss, da man überdies weiß, dass eine überwiegende Mehrheit der Franzosen diese Grausamkeiten, die nur zum Vergnügen von einigen Unverbesserlichen dienen, ablehnen.
Es erscheint uns also wichtig zu sein, dass die Abgeordneten der Nation sich dieses Falles annehmen und in diesem Sinne auf die ABSCHAFFUNG DES ABSATZES 3 des Artikels 521-2 des Strafgesetzbuches hinwirken.

Brief der F.L.A.C. an die Abgeordnete Marland-Militello

Sehr geehrte Frau Marland-Militello,

Nachdem wir von Ihrem Gesetzesvorschlag vom 8. Juni dieses Jahres erfahren haben, möchten wir Ihnen unsere Freude und Ergriffenheit übermitteln, die wir in der Erwartung empfinden , dass der Kampf der Stierkampfgegner nun endlich das solange erwartete Ergebnis bringen könnte. Nur die Änderung des Gesetzes durch Streichung des Absatzes 3 des Artikel 521-1 des Strafgesetzbuches kann dem schändlichen Treiben auf dem französischen Territorium Einhalt gebieten.

Es gibt keine andere Alternative, als den Stierkampf zu kriminalisieren, denn über die Abschaffung hinaus sollte er unter Strafe gestellt werden. In diesem Sinne haben wir seit 2001, dem 50jährigen Jubiläum des famosen Ausnahmeabsatzes, allen Abgeordneten der Nationalversammlung zahlreiche Eingaben unterbreitet

Gleichermaßen waren wir am 25. April 2001 und am 28. April vor der Nationalversammlung, und wir werden unsere Bemühungen nicht aufgegeben in der Hoffnung , dass unsere Forderung schließlich ein gutes Echo finden.

Wir wissen, dass es einen tiefen Graben zwischen den Abgeordneten und den Wählern hinsichtlich der Bewertung des Stierkampfes gibt. Obwohl alle Meinungsumfragen, die seit mehreren Jahren sowohl auf lokaler als auch auf nationaler Ebene durchgeführt werden, zeigen, dass etwa 80% der Franzosen den Stierkampf ablehnen, unterstützen zahlreiche Abgeordnete diese Schande.

Wir wissen, dass es eine wirkliche Stierkampfmafia in Frankreich, in Europa und in der ganzen Welt gibt. Wenn es geschehen sollte, dass dem hochsymbolischen Beispiel der spanischen Stadt Barcelona in Frankreich mit einem noch stärkeren Akt gefolgt wird , würde die Stierkampflobby erzittern.

Gewiss machen wir uns keine Illusionen, und wir zweifeln nicht daran, dass das Unternehmen riskant ist. Die Veranstalter der Stierkämpfe werden ich mit Klauen und Zehen verteidigen und nicht so leicht ihre Privilegien und ungerechte Vergünstigungen aufgeben.

Deshalb begrüsssen wir Ihren Mut und Ihre Entschlossenheit und möchten Ihnen unsererseits die Unterstützung Ihrer Initiative, welche die Zustimmung eines großen Teiles der Bevölkerung finden wird, versichern.

Sie sollten wissen, dass diejenigen, die Sie unterstützen, sehr zahlreich sind. Im Namen der in den Arenen Südfrankreichs gequälten und verstümmelten Stiere und Pferde möchten wir Ihnen unsere große Dankbarkeit ausdrücken Hochachtungsvoll

Der Vorstand der FLAC

Der Abgeordnete und Bürgermeister von Bayonne Jean Grenet traf die Abgeordnete Muriel Marland Militello

Jean Grenet ist Präsident der parlamentarischen Arbeitsgruppe
die den Stierkampf verteidigt

Mittwoch, den 6. Oktober 2004

Sehr geehrte Abgeordnete,

In der Stierkampfpresse (Planète Corrida n° 22 / August 2004, Seite12) wurde berichtet, dass der Abgeordnete und Bürgermeister von Bayonne Sie in einem höflichen aber nachdrücklichen Gespräch aufgefordert hat, Ihren Gesetzesvorschlag aufzugeben. Können Sie die Nachricht bestätigen oder dementieren ?
In dem Artikel wird ebenfalls berichtet, dass Jean Grenet auch vom Fraktionsvorsitzenden der UMP angehört wurde.
Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort

Josyane Querelle
Präsidentin der FLAC

Antwort der Sprecherin der Abgeordneten

Sehr geehrte Präsidentin,

An der Sache ist nichts dran !

Frau Marland hat das Ende der Ferienzeit abgewartet, damit ihr Gesetzesvorschlag in den Medien nicht zu sehr breitgetreten wird und nicht der Eindruck entsteht, dass es sich um einen persönlichen Konflikt handelt. Herr Grenet ist ein höflicher Mann und der Wunsch Frau Marlands, dass der Stierkampf in Frankreich verschwindet, hat nichts mit seiner Person zu tun. Jedoch ist es legitim, dass er seine Position, wie Frau Marland die ihre, verteidigt.
Wenn Herr Grenet glaubt, dass es sich um eine vorübergehende " Marotte " handelt, können Sie versichert sein, dass er sich täuscht. Frau Marland hat Wertvorstellungen, die sie unberücksichtigt ihrer politischen Anschauungen verteidigt, und ist der Auffassung, dass Tierquälerei in Frankreich nicht mehr toleriert werden darf.
Bis heute wurde ihr Gesetzesvorschlag von 42 Abgeordneten mitunterzeichnet. Aber damit gibt sich Frau Marland nicht zufrieden. In der nächsten Woche wird sie nochmals die Abgeordneten aufrufen, um noch mehr Unterstützung zu erhalten, mit dem hochgesteckten Ziel, dass ihr die Möglichkeit gegeben wird, ihre Argumente vor der Nationalversammlung vorzutragen.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung.
Mit freundlichen Grüssen !

Amandine ARNAUD
Parlamentarische Assistentin von
Frau Muriel MARLAND-MILITELLO,
Abgeordnete des Departement Alpes Maritimes

Die Liste wurde liebenswürdigerweise von Amandine ARNAUD, parlamentarische Assistentin der Abgeordneten, zur Verfügung gestellt.

Anmerkung: UMP (Union pour un Mouvement Populaire) ist die Regierungspartei in der französischen Nationalversammlung

  • Manuel Aeschlimann
    Député des Hauts-de-Seine
    UMP
  • Patrick Beaudouin
    Député du Val de Marne
    UMP
  • Jacques-Alain Bénisti
    Député du Val de Marne
    UMP
  • Jean-Louis Bernard
    Député du Loiret
    UMP
  • Martine Billard
    Député de Paris
    fraktionslos
  • Yves Boisseau
    Député du Calvados
    UMP
  • Loïc Bouvard
    Député du Morbihan
    UMP
  • Bernard Brochand
    Député des Alpes Maritimes
    UMP
  • François Calvet
    Député des Pyrénées-Orientales
    UMP
  • Yves Cochet
    Député de Paris
    fraktionslos
  • Louis Cosyns
    Député du Cher
    UMP
  • Lucien Degauchy
    Député de l'Oise
    UMP
  • Richard Dell'Agnola
    Député du Val de Marne
    UMP
  • Léonce Déprez
    Député du Pas de Calais
    UMP
  • Dominique Dord
    Député de Savoie
    UMP
  • Jean-Pierre Dupont
    Député de Corrèze
    UMP
  • Nicolas Dupont-Aignan
    Député d'Essonne
    UMP
  • Arlette Franco
    Députée des Pyrénées-Orientales
    UMP
  • Daniel Gard
    Député de l'Aisne
    UMP
  • François Grodidier
    Député de la Moselle
    UMP
  • Arlette Grosskot
    Députée du Haut-Rhin
    UMP
  • Pierre Hellier
    Député de la Sarthe
    UMP
  • Maryse Joissains
    Députée des Bouches-du Rhône
    UMP
  • Nathalie Kosciusko-Morizet
    Députée de l'Essonne
    UMP
  • Lionnel Luca
    Député des Alpes Maritimes
    UMP
  • Corinne Marchal-Tarnus
    Députée de Meurthe et Moselle
    UMP
  • Alain Marsaud
    Député de Haute Vienne
    UMP
  • Jean Marsaudon
    Député d'Essonne
    UMP
  • Henriette Martinez
    Députée des Hautes Alpes
    UMP
  • Christian Ménard
    Député du Finistère
    UMP
  • Gilbert Meyer
    Député du Haut Rhin
    UMP
  • Pierre Micaux
    Député de l'Aube
    UMP
  • Jean-Marc Nesme
    Député de Saône et Loire
    UMP
  • Robert Pandraud
    Député de Seine Saint Denis
    UMP
  • Bernard Perrut
    Député du Rhône
    UMP
  • Bérengère Poletti
    Députée des Ardennes
    UMP
  • Bernard Pousset
    député de l'Indre
    UMP
  • Jacques Remiller
    Député d'Isère
    UMP
  • Juliana Rimane
    Députée de Guyanne
    UMP
  • Jean-Marc Roubaud
    Député du Gard
    UMP
  • André Schneider
    Député du Bas Rhin
    UMP
  • Bernard Schreiner
    Député du Bas Rhin
    UMP
  • Daniel Spagnou
    Député des Alpes de Haute Provence
    UMP
  • Irène Tarin
    Députée du Doubs
    UMP
  • Christian Vanneste
    Député du Nord
    UMP
PRESSEINFFORMATION
24.April
Aktion " Absatz 3 "

In Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedsorganisationen und anderen Vereinigungen unternimmt die F.L.A.C eine Aktion, die sich an die Abgeordneten der Nationalversammlung wendet. Sie wird "Absatz 3" benannt und hat als Ziel, die Abschaffung des Absatzes 3 des Artikels 521 - 1 des Strafgesetzbuches zu erreichen.
Seit fünfzig Jahren existiert im französischen Recht ein ungerechtes Gesetz, das mit dem Prinzip der Einheitlichkeit der französischen Republik "Une et Indivisible" nicht vereinbar ist. Es handelt sich um das Gesetz mit dem Namen "Ramarony-Sourbet" (51-461) vom 24. April 1951.
Dieser Gesetzestext ging in Absatz 3 des Artikel 521-1 des Strafgesetzbuches ein, ebenso wie in die Artikel R 654-1 und R 655-1, und ließ eine Ausnahme zum Tierschutz zugunsten der Stierkämpfe zu, wenn "EINE UNUNTERBROCHENE LOKALE TRADITION NACHGEWIESEN WERDEN KANN ".
Stierkampfbefürworter ebenso wie ihre exzessive Auslegung durch zahlreiche Gerichte resultierte darin, dass die Organisatoren dieser Spektakel sich alles herausnehmen konnten und dieses trotz des formellen Verbots von Tierquälerei, wie es in Absatz 1 des selben Artikels steht.
Der Widerspruch in dem Gesetz ist eine Ungerechtigkeit, den ein Land mit fest verwurzelter demokratischer Tradition wie das unserige beseitigen sollte. Es erscheint uns also wesentlich und dringlich, dass sich die Abgeordneten der Nation diesem Fall zuwenden und auf die ABSCHAFFUNG DES ABSATZES 3 des Artikels 521-1 des Strafgesetzbuches sowie der gleichlautenden Artikel R 654-1 und R 655-1 hinwirken.
Dieses ist unsere legitime Forderung, und wir erhoffen uns eine parlamentarische Initiative, welche die Regierung mit einer schriftlichen Anfrage [bitte lesen] auffordert, Stellung zu nehmen.
Um unsere Entschlossenheit deutlich zu machen, haben wir vereinbart unsere Aktion vom 25. April 2001 fortzusetzen und eine friedfertige und gewaltfreie Versammlung der Gegner des iberischen Stierkampfes am MITTWOCH, DEN 28.APRIL 2004 AB 13.30 UHR AUF DEM PLACE EDOUARD HERRIOT IN DER NÄHE DER NATIONALVERSAMMLUNG zu veranstalten.

Liste der Partnerorganisationen :
A.C.P.A.: ASSOCIATION COMBAT POUR LE PEUPLE ANIMAL
A.D.D.A. ESPAGNE : ASOCIACION PARA LA DEFENSA DE LOS DERECHOS DEL ANIMAL.
A.L.A. ESPAGNE : ALTERNATIVA PARA LA LIBERACION ANIMAL
A.P.A.P. ESPAGNE : ASSOCIATION DE PROTECTION DES ANIMAUX ET DES PLANTES
AFIPA : ASSOCIATION FRANÇAISE ET INTERNATIONALE DE PROTECTION ANIMALE
ANTI BULLFIGTING COMMITTEE BELGIUM
APMA BELGIQUE : ACTION PREVENTIVE CONTRE LE MARTYRE DES ANIMAUX
ASSOCIATION STEPHANE LAMART
C.C.C.C : COMITE CARCASSONNAIS CONTRE LA CORRIDA
C.V.A. : COMITE DE VIGILANCE ET D'ACTION POUR LE BIEN-ETRE ANIMAL
CAC 83 : COLLECTIF ANTI CORRIDA DE FREJUS
CENTRE DE SECOURS ANIMALIERS
COLBAC : COMITE DE LIAISON BITERROIS ANTICORRIDA
COMITE ANTI STIERENVECHTEN HOLLANDE
CONSCIENCE ANIMALE
F.A.C : FENOUILLET ANTI CORRIDA
F.B.B : FONDATION BRIGITTE BARDOT
FEDERATION AGISSONS
FONDATION BOURDON
FONDATION CHARI CRUZ ESPAGNE
G.R.A.A.L : GROUPEMENT DE REFLEXION ET D'ACTION ANIMAL LIBERATION
H. I. C. : HALTE A L'INDIFERENCE ET A LA CRUAUTE
L.F.C.V. : LIGUE FRANÇAISE CONTRE LA VIVISECTION
LES EXCLUS SAUVAGES
LES GAMELLES DU COEUR
PRO DIGNIDAD HUMANA ESPAGNE S.P.A. BEZIERS : SOCIETE PROTECTRICE DES ANIMAUX DE BEZIERS
S.P.A. BORDEAUX : SOCIETE PROTECTRICE DES ANIMAUX DE BORDEAUX
S.P.A. MONTPELLIER : SOCIETE PROTECTRICE DES ANIMAUX DE MONTPELLIER
S.P.A.PARIS : SOCIETE PROTECTRICE DES ANIMAUX DE PARIS
S.R.P.A. DE CHARLEROI BELGIQUE : SOCIETE ROYALE PROTECTRICE DES ANIMAUX DE CHARLEROI
TIERVERSUCHSGEGNER MÜNCHEN E.V ALLEMAGNE

Aktion " Absatz 3 "
Nachlese zur Aktion vom 28.April in Paris

Die mit "Absatz 3" bezeichnete Aktion, die von der F.L.A.C (Fédération de Liaisons Anti Corrida) in Partnerschaft mit ihren Mitgliedsorganisationen und anderen befreundeten Verbänden durchgeführt wurde, fand unter besten Umständen am Mittwoch, den 28. April 2004 vor der Nationalversammlung statt .
Eine Delegation, angeführt durch Josyane Querelle, Präsidentin der F.L.A.C, mit Michèle Descamps (SPA Paris), Alain Perret (les Exclus Sauvages), Jean-Marie Denut (le COLBAC / Béziers / Hérault), Christian Baloy (CAC 83 / Fréjus / Var), Monique Leroux (GRAAL / Paris) wurde von Geneviève Perrin-Gaillard, Abgeordnete des Departements Deux-Sèvres, und ihrem parlamentarischen Assistenten Marc-William Millereau empfangen.
Bei diesem erfolgreichen Treffen konnte der Abgeordneten die Zweideutigkeit des Gesetzes erläutert werden und auf die Notwendigkeit der Abschaffung des berüchtigten Absatz 3, der den Stierkampf in einem Teil Frankreichs im Namen einer " ununterbrochenen lokalen Tradition " toleriert, eindrücklich hingewiesen werden.
Ebenfalls wurden die Propaganda für den Stierkampf in Schulen, die Subventionen der lokalen Körperschaften für die Stierkampfschulen, die Mehrwertsteuer auf Stiekampfveranstaltungen, welche die Veranstalter von 19.8% auf 5.5% ermäßigt haben möchten, zur Sprache gebracht.
Besonders wurde auf sehr große Diskrepanz der Meinungen von Lesern und Volksvertretern in den regionalen Tageszeitungen, die mit dem Stierkampf ihre Seiten füllen, hingewiesen. Glücklicherweise lehnen mehr als 80% der französischen Bürger den Stierkampf ab.
Es wurde eine Initiative für ein Referendum erörtert, da bekannt ist, dass die Ergebnisse von Umfragen in Stierkampfstädten mit denen des ganzen Landes weitgehend übereinstimmen.
Wir möchten hier daran erinnern, dass in der Stadt Béziers mit 70 000 Einwohnern sich nicht weniger als 23 000 Unterzeichner mit der Petition der COLBAC gegen den Stierkampf ausgesprochen haben! Schlussfolgerung : Die Abgeordnete möchte genauestens über das Thema, insbesondere über die wirtschaftlichen und juristischen Aspekte, auf dem Laufenden gehalten werden.
Die Teilnehmer an der Aktion verabredeten sich, darauf hinzuwirken, dass im Jahre 2006 die Generalversammlung der Stierkampfgegner mit europäischer Beteiligung in der französischen Hauptstadt stattfindet.

Bezüglich der Tierquälerei beim Stierkampf und dem Kommentar eines
Politikers im Radiosender France CULTURE
Text von Gérard Charollois, Präsident von CVN vom 29. August 2005

Abschaffung des Stierkampfes ?

Die Organisation CONVENTION VIE ET NATURE POUR UNE ECOLOGIE RADICALE bekräftigt hiermit, sich für die vollständige Abschaffung der Jagd und des Stierkampfs einzusetzen, die als Freizeitbeschäftigungen ungeschützten Lebewesen Leiden, Schrecken und Tod zufügen und nur dem krankhaften Vergnügen einiger schlimmer Menschen dient.

Gegenwärtig spricht sich eine große Mehrheit unserer Mitbürger für die Abschaffung dieser Praktiken aus, doch die Politiker, insbesondere der extremrechten und konservativen Parteien, dienen folgsam einer verschwindend kleinen blutrünstigen Minderheit, die ihre Langweile und Minderwertigkeitskomplexe durch Spaß am Tod von Tieren verdrängen.

Alle Debatten im französischen Parlament werden durch Umwelt und Tier feindliche Hirngespinste verfälscht, und man darf sich von der Klasse der Politiker nicht die geringste Reform zur fortschrittlichen Entwicklung der Sitten und Gebräuche, die von diesen versteinerten Abgeordneten als Gefangene ewiggestriger populistischer Ansichten ausgeht, erhoffen.

Mit einem Referendum wäre die Jagd und die Stierkampfquälerei schon längst abgeschafft; aber was hat ein Senat, der aus Notabeln vom Lande besteht, und einer Nationalversammlung, in der eine Partei mit 20% der Stimmen 70% der Sitze einnimmt, mit Demokratie zu tun?

Die Abgeordnete MARLANT MILITELO aus dem Departement ALPES MARITIMES, Mitglied der liberalkonservativen Partei UMP, hat einen Gesetzesvorschlag vorgelegt, der vorsieht, den Stierkampf zu verbieten.

Ich habe allen, die mich befragt haben, erklärt, dass es zwei Hindernisse gibt, die nicht die geringste Hoffnung erlauben, dass dieser Gesetzesvorschlag angenommen wird.

Das erste juristische Hindernis:
Im Verfassungssystem der 5. Republik ist das Parlament zu einer Kammer, die nur abnicken darf, abgewertet worden. Die Gesetze werden von der Regierung als Gesetzesprojekt dem Parlament vorgelegt, während Gesetzesvorschläge, die von den Abgeordneten kommen, vorher von der Regierung akzeptiert werden müssen und nur von ihr auf die Tagesordnung der Nationalversammlung gesetzt werden können.

Es gibt Tausende von Gesetzesvorschlägen, die in den Schubladen der Nationalversammlung schlummern und die nur eingereicht werden, um der jeweiligen Wählergruppe zu gefallen. Ihre Autoren, Abgeordnete des Parlaments, die diesen Missstand bestens kennen, sind sich voll bewusst, dass ihre Vorschläge niemals von ihren Parlamentskollegen beraten werden, doch sie tun damit Gutes für diejenigen, die sich davon etwas erhoffen.

Nicht nur der Gesetzesvorschlag von Frau MARLANT MILITELO erleidet dieses wenig beneidenswerte Schicksal, der nicht viel mit wahrer Demokratie zu tun hat.

Texte mit einer solchen symbolischen Bedeutung sind zahlreicher als alle geltenden Gesetze zusammen. Nun, eine reaktionäre Regierung versteht es gut, einen Gesetzesvorschlag zugunsten von Tieren zurückzuhalten, um nicht den Interessen der einflussreichen engstirnigen und barbarischen Traditionalisten, ihrer Lieblingswählerschaft, zuwider zu handeln.

Das zweite juristische Hindernis :
Ein französisches Parlament, ob rechts oder links, aber besonders auf der rechten Seite, wird den Stierkampf nicht in den nächsten Jahrzehnten abschaffen. Jeder, der die Missachtung der Parlamentarier für das Volk, das sie zu vertreten meinen, kennt, weiß, dass diese Menschen der Meinung sind, gegen den " demokratischen " Willen zu handeln, wenn sie sich den Spielen und dem Vergnügen der Tierquäler in den Weg stellen. Nach Meinung der Politiker will das Volk Blut sehen, Vögel und Hirsche töten und zusehen, wie ein mächtiger Wiederkäuer gequält wird. Mit einem Wort, das Volk ist dumm, grausam und verschlossen gegenüber Mitgefühl und Verstand.

Für die französischen Politiker können sich nur überempfindliche abgehobene Intellektuelle, Omas mit Schosshündchen und entwurzelte kulturlose Städter gegen die Jagd und den Stierkampf, gegen ruhmreiche Traditionen in unseren Landen auflehnen.

Doch sie täuschen sich schwer, wenn sie das Volk wie Abschaum behandeln, die demokratische Meinung, die sich in Umfragen wiederspiegelt, missachten und das Streben nach Respekt vor Tieren und der Natur und damit der Menschenwürde, verletzt durch Jagd und Stierquälerei, ignorieren.
Aber so sind sie eben, und es bleibt jedem überlassen, den Abgrund an mangelndem Feingefühl zu ermessen. Übrigens wer täuscht sich in wem, die Abgeordneten und Senatoren im Volk oder das Volk in den Volksvertretern?

Diejenigen, die noch zweifeln und von einem Bewusstseinswandel und einer Änderung des Feingefühls des französischen Gesetzgebers träumen, sollten sich die Mühe machen, die Protokolle der Parlamentsdebatten zu lesen, um sich von der hinterwäldlerischen Einstellung der politischen Klasse dieses Landes zu überzeugen.

Einige unserer Freunde konnten die Problematik nach den boshaften Erklärungen von François BAYROU *, einem Mann, der aus der Hand des Chefs der Jäger- und Anglerpartei ST-JOS frisst, auf France CULTURE am 26. August zu dem Gesetzesvorschlag von Frau MARLANT MILITELO klar erkennen.
(* François BAYROU ist der Vorsitzende der Partei UDF, der auch der frühere Präsident Giscard d'Estaing angehört.) Angesichts dieser Tatsache darf in keinem Fall die vorliegende Analyse der politischen Situation zu Streitereien innerhalb der zahlreichen unterschiedlichen Strömungen führen, die gegen die Folter von Tieren sind, also gegen die Entwürdigung des Menschen, der sich ihrer erfreut.
Ganz im Gegenteil, jetzt sind Einheit, Entschlossenheit, Zusammenhalt und Konzentration aller Energien und Initiativen gefordert.

Zwei zusätzliche Bemerkungen sollen noch herausgestellt werden :
Einerseits hat der Gesetzesvorschlag gegen den Stierkampf aus Gründen, die ich vorher erklärt habe, nicht die geringste Chance zum Erfolg.
Andererseits ist dieser Vorschlag nicht vergebens, seine Existenz ist wichtig, denn damit wurde ein Eckdatum geschaffen, ebenso wie die zu Fall gebrachten Vorschläge zur Abschaffung der Sklaverei in den Kolonien unter der Ersten Republik.

Während der verheerenden Debatte über die europäische Verfassung im letzten Frühjahr erschienen in Holland Plakate, die einen Stierkampf mit folgenden Slogan darstellten: Nein zu Europa, um nicht mit diesen grausamen Völkern zusammen zu sein.

Welche moralisches und intellektuelles Armutszeugnis!

Im Gegensatz zu diesen politischen Dinosauriern bekräftige ich, dass Europa eines fernen Tages ohne Zweifel eine großartige Sache sein wird, weil nur Europa und keine andere Institution diese abstoßenden Praktiken, die manchenorts eine Bürde sind und das europäische Volk erschrecken, abschaffen könnte.

Folglich beglückwünschen wir Frau MARLANT MILITELO zu ihrer mutigen symbolischen Geste, die der demokratischen Wahrheit dient. Aber lassen Sie sich nicht durch eine Hoffnung täuschen, die sich aufgrund einer tiefen Kluft zwischen großmütigen und aufgeklärten Bürgern und einer politischen Klasse unter dem Einfluss Tausender unersättlicher Mörder verbietet.


Zusammenfassende Rückkehr