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Der Torero Christian Montcouquiol (alias Nimeño II) wurde von dem Stier Pañolero, den er in der Arena von Nîmes töten wollte, so schwer verletzt, dass er danach querschnittsgelähmt war.
Dass er nicht mehr als Torero auftreten konnte, verkraftete er nicht und beging Selbstmord, indem er sich aufhängte.
| Juni 2002 : Pfingst-Feria in Nîmes - im Cloître des Jésuites |
Anlässlich einer öffentlichen Vorlesung im Rahmen des 50. Jubiläums der Feria von Nîmes und der " Rencontres Tauromachie et Culture " (organisiert vom Kultur-Komitee des Regionalrats) ehrte der Schauspieler Philippe Caubère den verstorbenen Torero Nimeño II , indem er einen Auszug aus dem Buch "Recouvre-le de lumière" des Bruders des Verstorbenen und Ex-Torero Alain Montcouquiol vortrug.
Während der Vorführung des Theaterstücks in Arles erklomm ein Mitstreiter der F.L.A.C. einen Elektrizitätsmast am Rande der Arena und unterbrach aus 20 Meter Höhe den Schauspieler, um eine Diskussion über das Stück, das Gewalt und Grausamkeit verherrlicht und die Realität des Stierkampfs vernebelt, zu erreichen. Durch diese außergewöhnliche Situation genervt, blies der Schauspieler schließlich sein Spektakel ab und erstattete gegen den "Störenfried" Anzeige. (Fortsetzung folgt...)
| Arena von Fréjus : Sonntag, den 17. August 2003 - Aktion der F.L.A.C und CAC 83 |
Während der Vorführung des Theaterstücks in Arles erklomm ein Mitstreiter der F.L.A.C. einen Elektrizitätsmast am Rande der Arena und unterbrach aus 20 Meter Höhe den Schauspieler, um eine Diskussion über das Stück, das Gewalt und Grausamkeit verherrlicht und die Realität des Stierkampfs vernebelt, zu erreichen. Durch diese außergewöhnliche Situation genervt, blies der Schauspieler schließlich sein Spektakel ab und erstattete gegen den "Störenfried" Anzeige. (Fortsetzung folgt...)
| Caubère sagte über Moncouquiols Text : |
" Das ist einer der schönsten Erzählungen über die Angst, den Tod und der Brüderlichkeit, die uns seit langem präsentiert wurde."
| Caubère schrieb über die Aktion |
In meinem Tourneegepäck werde ich, fûr die nächsten den Brüdern Montcouquiol gewidmeten Vorführungen, ohne es jemanden zu sagen, einen Baseballschläger, den mein kleiner Bruder bei mir liegen ließ, mit mir führen. Das Problem - aber sagt es nicht weiter - ist, dass ich nicht weiß, an welchem Ende man den Schläger hält.
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Nach Nîmes (am 5. Juni in der Arena während der Pfingst-Feria) und Avignon (am 24. Mai im Théâtre du Chêne Noir) trat der Schauspieler Philippe Caubère auch in der Cité von Carcassonne auf, um den Torero Nimeño II (alias Christian Montcouquiol) zu ehren, der, nachdem er 1989 in der Arena in Arles von einem Stier verletzt wurde, sich 1991 das Leben nahm, als er nicht mehr als Torero auftreten konnte.
Caubert tingelt nun mit einem Theaterstück, das er nach dem Buch "Recouvre-le de lumière" von Alain Montcouquiol, dem Bruder des verstorbenen Toreros und selbst ehemaliger Stiertöter, inszenierte, von Stadt zu Stadt, durch Arenen und Theater. Mit dem Stück preist er weit effektiver als mit jeder anderen Werbekampagne das blutige Geschäft des Stierkampfs. Caubère führte Ende 2003 das Stück 20 Mal im Théâtre du Rond-Point in Paris auf, bevor er 2004 in die Schweiz fuhr und dort versuchte, das Alpenvolk zum Stierkampf zu bekehren!
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Mit dem Theaterstück wird versucht,
- den Widerstand gegenüber dieser Schandtat zu brechen,
- die berechtigte Empörung gegenüber der Folter zu ersticken und
- das Gewissen zu lähmen.
Das Stück ist unverantwortlich und leistet Dekadenz und Aberglauben Vorschub.
Wir dürfen den Stierkampf nicht als gegeben hinnehmen!
GEMEINSAM sagen wir NEIN zur Desinformation !
GEMEINSAM sagen wir NEIN zu einer Propaganda für ein blutiges Geschäft, das vom Gesetz eigentlich verboten ist!
GEMEINSAM lasst uns als freie und emanzipierte Bürger gegen dem Fundamentalismus und Fanatismus der Verfechter des Stierkampfes und den schwülstigen Lobpreisungen in den Medien, die der Stierkampflobby total ergeben sind, angehen.
NEIN zur Barbarei !
NEIN zum Stierkampf!
Hier und anderswo!
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Presseerklärung der F.L.A.C.
vom 6. November 2003
Der Journalist Jean-Marc STRICKER erklärte sich in seiner wöchentlichen Sendung, am Sonntag, den 9. November 2003 im Radiosender France Inter mit dem Kommuniqué völlig solidarisch :
"(...)Zum Schluss dieser Chronik nun eine viel wichtigere Information als die vorangegangenen: Ich erhielt von der Fédération de Liaisons Anti Corrida ein Kommuniqué, mit dem ich mich völlig solidarisch erkläre. Dieses Kommuniqué prangert mit Gelassenheit und unwiderlegbaren Argumenten das z.Zt. auf Tournee befindliche Theaterstück "Recouvre-le de lumière", einem dem Matador Nimeño II gewidmeten Spektakel von Philippe Caubère, an. Wieder einmal ein pseudo-künstlerisches-intellektuelles Unterfangen, das nur zum Zweck hat, die barbarische und entwürdigende Praxis des Stierkampfes aufzuwerten. Viel weniger diplomatisch als die Fédération Anti Corrida habe ich dafür nur ein Wort:: Boykottiert dieses Spektakel ! Meinerseits habe ich auf die Einladung zur Première bereits geantwortet.. Ich werde nicht an der Glorifizierung eines Henkerknechts teilnehmen! "
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Im Folgenden nehmen die Mitgliedsorganisationen der F.L.A.C und die mit ihr sympathisierenden Organisationen zur Verniedlichung und Verherrlichung des STIERKAMPFES in dem Theaterstück " Recouvre-le de lumière " Stellung.
"Recouvre-le de lumière"
Das Stück, das dem Matador Nimeño II (Christian Montcouquiol). gewidmet ist, wurde nach einem Buch von Alain Montcouquiol von dem Schauspieler Caubère inszeniert und aufgeführt.
Der Autor, selbst ehemaliger Torero, schrieb das Stück nach dem Selbstmord seines jüngeren Bruders, eine Geschichte ihrer gemeinsamen Leidenschaft. Der Bruder konnte nicht verkraften, dass ihm nach einer Verletzung in der Arena aufgrund seiner Behinderung verwehrt war, als Torero aufzutreten.
- Wir haben völliges Mitgefühl für das menschliche Drama, das der Autor erlebt hat. Wir respektieren das Prinzip seines Erlebnisberichts, kritisieren jedoch andererseits wesentliche Teile des Inhaltes.
- " Wir prangern alles an, was in und um dieses Spektakel und seiner Tournee herum unternommen wird, um die Barbarei des Stierkampfes rein zu waschen, zu verteidigen und zu glorifizieren. Das Stück ist Bestandteil eines sehr ausgedehnten Komplexes von Gefälligkeiten und Beziehungen im künstlerischen, intellektuellen und Medien-Bereich, der Propaganda für den Stierkampf treibt und dazu beiträgt,
- die Einführung des Stierkampfes in ganz Südfrankreich (wo er laut Gesetz von 1951 nur an historischen Stätten geduldet wird) zu fördern und
- dafür Werbung im Norden des Landes zu machen. Genauer formuliert kritisieren wir
- die Entstehungsgeschichte des Werkes und die Absicht von Philippe Caubère, seine Erklärungen in den Programmen und in den Medien, die Tatsache, das er als Gast die Stierkampf-Clubs mit seiner Anwesenheit beehrt,
- die Art und Weise der Inszenierung,
- das Umfeld der Aufführungen (in Arenen im Rahmen von Ferias, in Theatern) und insbesondere die Tatsache, dass kein Gasttheater eine Warnung an die Zuschauer mit einer einfachen Erinnerung an das Tierschutzgesetz bekannt gibt, und
- die Gefälligkeiten der Medien.
Schlussfolgerung:
- Wir fordern
- von den Gasttheatern, in ihren Programmen und Foyers an das geltende Gesetz zu erinnern und
- von den Journalisten und Kritikern, sich von ihrer Berufsethik leiten zu lassen.
- Wir berufen uns dabei auf das Manifest des " Observatoire de la liberté d'expression en matière de création ", das im Herbst 2002 unter der Schirmherrschaft der Liga für Menschenrechte veröffentlicht wurde. Das Manifest weist die Medien - insbesondere Verleger, Pressedirektoren, Leiter von Ausstellungen, Produzenten, Verleiher und Kritiker - auf die Verantwortung hin, die sie gegenüber Autoren und Öffentlichkeit hinsichtlich des historischen, ästhetischen und politischen Zusammenhangs und der Wirkung der Aussage eines Werkes wahrnehmen sollten.
- Wir rufen alle auf, diese Missbilligung vor den Gasttheatern vor und nach den Aufführungen, durch unsere Anwesenheit zum Ausdruck zu bringen. Dabei werden wir in friedfertiger Form die Zuschauer respektieren und mit ihnen gegebenenfalls diskutieren.
Alain Camisuli
Vizepräsident der F.L.A.C |
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Das Theaterstück "Recouvre-le de lumière" als
Glorifizierung des Stierkampfs
"Recouvre-le de lumière" ist der Titel eines Buches von Alain Moncouquiol , das von Philippe Caubère für das Theater inszeniert und von ihm gespielt wurde. Das Buch ist dem Torero Nimeño II" (Christian Montcouquiol), seinem Bruder, gewidmet. Es ist die Geschichte von zwei Brüdern, die beide Toreros sind, und ihrer Leidenschaft. Der Bruder konnte nicht verkraften, dass ihm im Jahre 1989 nach einer Verletzung in der Arena aufgrund seiner Behinderung verwehrt war, wieder als Torero aufzutreten, und nahm sich das Leben.
Im Mitgefühl für das menschliche Drama, dass Alain Montcouquiol widerfahren ist, worüber er mit Recht berichten darf, prangern wir dennoch das Buch und das Theaterstück von Caubère, sowie dessen publizistischen Rahmen, als
GLORIFIZIERUNG DES STIERKAMPFES an.
Nimeño II ist keine fiktive Person. Er und sein Bruder haben Tiere in der Realität zu Tode gequält.
In dem Stück gibt es keine Zurückhaltung, nicht einmal eine Anspielung auf die schuldhaften Verantwortung (selbst wenn sie nach geltenden Gesetz nicht strafbar ist) der beiden.
Im Gegenteil, das Spektakel ist eine "Ehrung von Nimeño II" und keine "Erinnerung an Christian". Den Stierkampfanhänger Caubère interessiert nicht einmal das Leiden der Tiere. Als Bewunderer von Nimeño II, "diesem zarten, vor den Monstren tanzenden Mann", widmete Caubère ihm seine Aufführungen (1991) und nahm an der Vorstellung des Buch "Recouvre-le de lumière" (1997) bei Pariser Stierkampfclubs teil. Trotz der ersten Proteste gegen sein Spektakel, nahm er zusammen mit Alain Montcouquiol die Verleihung einer Trophäe durch einen Stierkampf-Fanclub entgegen. Das passierte bei einem Züchter der "toros bravos" in Gegenwart von Matadoren, die bei dieser Gelegenheit am 5. Oktober 2003 in Istres bei einem Stierkampf mehrere Stiere töteten.
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Das Spektakel wurde in den Arenen Südfrankreichs gespielt, wo es in den Programmen der Ferias aufgenommen wurde (Nîmes, Fréjus, Arles usw.). Aber auch in den Theatern ganz Frankreichs und sogar in der Schweiz wurde es gespielt. Über die Lobpreisung eine Toreros hinaus möchte Caubère den Stierkampf aufwerten und zum Theater erheben: Er behauptet, dass der Stierkampf "Ahnherr des Theaters, der Tragödie" sei, eine "wahre Dramaturgie", welche die "wahre Schönheit des Menschen und der Natur" darstellt und nicht die "Frucht einer ästhetischen Suche" ist.
Ziel dieses Theaterstücks ist, den Stierkampf als Katharsis und als Ventil für die Gewalt darzustellen, obwohl es sich doch um reelle Gewalt, die dann noch vertuscht wird, handelt.
Allein im einem Ring von Lichtern versucht Caubère, die Vorstellung zu erwecken, dass man sich in einer Arena statt einem konventionellen Theater befindet. Wie viele Male konnte man in Berichten darüber lesen: "Caubère, einsam in der Arena!".
Die Inszenierung erzeugt beim Zuschauer eine betrügerische Sinnestäuschung: Er erweckt die Vorstellung, dass es sich beim Stierkampf um einen gefährlichen Kampf eines auf sich allein gestellten Menschen gegen ein wildes "Raubtier" handelt. Wenn der Tod des Tieres - geschweige dessen Leiden, das ihm nicht der Rede wert ist - erwähnt wird, geschieht es nur, um so mehr das Todesrisiko des Toreros herauszustellen.
Diese Verschlagenheit wird zum Ende des Spektakels noch verstärkt: Der Akteur setzt die Umrisse eines überdimensionalen Stierkopfes wie bei einer Götzenverehrung in Flammen. Als Symbol für die Gefahr wird so der Stier von seiner körperlichen Realität und seinem Schicksal, der Beherrschung durch den Menschen und seiner Folter, losgelöst.
DAS VERBRECHEN DES STIERKAMPFES
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Der Stierkampf ist für den Stier eine Falle, die geschickt von einer hinterhältigen Mannschaft (Piccadores, Bandilleros, Matadore und ihre Helfer) aufgestellt ist, in welche der Stier, einzig für diesen Zweck gezüchtet und ausgewählt, seiner natürlichen Umgebung entrissen, gestoßen wird, und in der er ohne Entrinnen bis zu seinem Tode der Willkür seiner Folterknechte ausgesetzt ist.
Die dabei eingesetzten Pferde werden ebenfalls misshandelt und können dabei schwer verletzt werden. Beim Stierkampf zu Fu ist das Pferd des Piccadors, obwohl es abgepolstert ist, gefährlichen Angriffen des Stieres ausgesetzt. Beim Stierkampf zu Pferde kann das Pferd des Toreros zwar dem Stier ausweichen, riskiert jedoch oft, da es keinen körperlichen Schutz hat, tödliche Verletzungen.
Beim Training und noch viel mehr bei der Ausbildung von Torerolehrlingen sind die Jungstieren und auch Pferden zugefügten Verletzungen vermutlich noch schlimmer.
In den Stierkampfschulen und deren " Festivals " wird eine noch ganz andere Gewalttätigkeit ausgeübt : Sie ist psychischer Art und betrifft Kinder und die jugendlichen Torerolehrlinge. Eine mehr oder weniger perverse Mischung aus Verharmlosung, Verneinung und Abstreiten der Grausamkeit ihrer Akte. In einer merkwürdigen Mischung aus Verharmlosung und Ignoranz wird die Gefährdung der Jugendlichen heruntergespielt. Das trifft auch auf die Kinder zu, die man immer zahlreicher als Zuschauer auf den Tribünen sieht, inmitten Stierkampf begeisterter Eltern und anderen Erwachsenen, von denen sie entsprechend negativ beeinflusst werden.
Von Anfang an war er illegal, und nur dank eines 1951 erlassenen Tierschutzgesetzes überlebte er, weil mit dem Gesetz zwar Tierquälerei bestraft wird, er jedoch bei " Courses de taureaux " (Stierrennen), wenn eine ununterbrochene lokale Tradition besteht, von der Bestrafung ausgenommen ist, jedoch weiterhin als Tierquälerei betrachtet wird. (Artikel 521-1, Absatz 3) Seitdem wird diese Ausnahme von den Strafbestimmungen von der Stierkampflobby als Freibrief für den Stierkampf umgedeutet.
Das Spektakel von Philippe Caubère ist Bestandteil einer Stierkampfpropaganda, bei der Künstler, Intellektuelle und Medienleute - ohne von ihren trüben wirtschaftlichen Interessen zu reden - mitwirken und sie unterstützen. Caubère trägt dazu bei, den Stierkampf in Südfrankreich,(wo er vom Strafgesetzbuch nur an historischen Stätten toleriert wird) weiter zu verbreiten und für ihn im Norden des Landes zu werben.
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Freiheit, aber auch Verantwortung für Künstler und Medien! |
Die Verherrlichung des Stierkampfes könnte von den Direktoren der Gasttheater mindestens durch eine kritisch distanzierende Ankündigung an das Publikum mit einem Hinweis auf das Gesetz abgeschwächt, wenn nicht sogar kritisiert werden. Wir fordern die Theaterdirektoren ebenso wie Journalisten und Fachkritiker auf, im Sinne ihrer Berufsethik nicht nur korrekt zu berichten, sondern darüber hinaus eine Debatte über das Problem einzuleiten.
Wir berufen uns dabei auf das Manifest des " Observatoire de la liberté d'expression en matière de création ", das im Herbst 2002 unter der Schirmherrschaft der Liga für Menschenrechte veröffentlicht wurde. Das Manifest weist die Medien - insbesondere Verleger, Pressedirektoren, Leiter von Ausstellungen, Produzenten, Verleiher und Kritiker - auf die Verantwortung hin, die sie gegenüber Autoren und Öffentlichkeit hinsichtlich des historischen, ästhetischen und politischen Zusammenhangs und der Wirkung der Aussage eines Werkes wahrnehmen sollten.
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Unterstützen Sie diese Glorifizierung! nicht! |
Wir appelieren an das Feingefühl und Verantwortungsgefühl aller Mitbürger und potentieller Zuschauer, dass sie sich nicht von der Auffassung "man mag es oder nicht" an der Nase herumführen lassen, einem gefährlichen Relativismus, der das Bewusstsein lähmt, indem er Anhänger des kriminellen Spektakels und diejenigen, die es nicht sind, auf dasselbe ethische Niveau stellt
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Offener Brief an Jean-Michel Ribes,
Direktor des " Théâtre du Rond-Point "
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Organisationen, die diesen Brief unterzeichnet haben Association Française et Internationale de Protection Animale (A.F.I.P.A.), Collectif Anti Corrida de Fréjus (C.A.C. 83), Comité Radicalement Anti Corrida (C.R.A.C.), Convention Vie et Nature pour une Écologie Radicale (C.V.N.), Fédération Agissons, Fédération de Liaison Anti Corrida (F.L.A.C.), Groupement de Réflexion et d'Action Animal Libération (G.R.A.A.L.), Mouvement Chrétien pour l'Écologie et la Protection Animale (M.C.E.P.A.), Olga France
Unterstützende Organisationen : Association Bourdon, S.O.S Grand Bleu. |
Sehr geehrte Herr Ribes!
Am Abend des 13. und 14. November haben sich Freiwillige der Organisationen, die diesen Brief unterzeichnet haben, vor Ihrem Theater friedlich versammelt, um Informationen über das Theaterstück von Philippe Caubère "Recouvre-le de lumière" zu verteilen. Das Stück wurde in Ihrem Theater aufgenommen, nachdem es eine Tour durch die französischen Arenen machte.
Beide Male sind Sie zu uns gekommen, nicht um mit uns zu diskutieren, obwohl sie sagten, dass sie "offen für einen Dialog" sind, sondern um uns verbal anzugreifen. Indem Sie bis zum Überdruss die alten Parolen der Stierkampffanatiker wiederholten, haben Sie uns eine neue Variante der üblichen Frage "Wie können Sie den Stierkampf kritisieren, wenn Sie niemals dabei gewesen sind?" vorgetragen und fragten uns "Wie können Sie ein Theaterstück kritisieren, das Sie niemals gesehen haben? Das Stück handelt nicht vom Stierkampf."
Herr Ribes, wenn wir es vielleicht nicht gesehen haben, so haben wir doch den Text gelesen. Wir haben das Buch von Alain Montcouquiol mit dem Untertitel " Ehrung des Torero Nimeño II " gelesen. Wir haben auch die Theaterkritiken gelesen : "Recouvre-le de lumière ist ohne Zweifel die große Erzählung vom Stierkampf der französischen Sprache", so schrieb Le Canard Enchaîné am 9. Juli 2003. Philippe Caubère selbst bezieht sich unaufhörlich in seinen Interviews auf den Stierkampf. Auch seine Erklärungen in der Stierkampfpresse haben wir gelesen.
Ebenso haben wir seine skandalösen und beleidigenden Äusserungen in Le Monde vom 28. August 2003 gelesen: "Bis zu jenem Tag habe ich dieser schwachsinnigen Sache (das Anliegen der Stierkampfgegner!!!) immer meinen Respekt erwiesen. An diesem Abend fühlte ich mich bestraft für meinen Vortrag. Für diese " Tierschûtzer " empfinde ich nur noch Abscheu und, das sage ich offen, unerbittlichen Hass. Ich werde mir nie mehr ihre miserablen Argumente, ihre verworrenen Erklärungen, ihr pétainistisches Geflenne anhören. (...) Angehörige der kommunistische Liga haben mir beigebracht, dass man mit Nazis und Faschisten nicht diskutiert."
Wir haben auch zugehört! Am Donnerstag, den 13. November haben wir vernommen, wie Sie , Herr Ribes gegenüber einer unserer Freiwilligen, die Ihnen erklärte, dass sie sich auch für die tibetanische Sache einsetzt, Ihre Unkenntnis der tibetanische Geschichte zugeben mussten und öffentlich erklärten: "Es gibt wichtigere Sachen als das tibetanische Volk, das sich nicht beklagen sollte. Es gibt Völker, die höher gestellt sind als andere. Man sollte mal mit den Tibetanern einen Stierkampf machen."
Das ist klarer Rassismus. Sie diffamieren, Sie beleidigen, Sie sprechen denen, die nicht wie Sie denken, das Recht ab , ihre Meinung zu äußern. Durch Ihr Verhalten und Ihre Äußerungen reihen Sie sich in das Lager derer ein, die Sie angeblich bekämpfen: dem Totalitarismus.
Müssen wir Sie, einem " Mann der Kultur ", daran erinnern, dass der Stierkampf durch die Unterstützung von Franco in Spanien wieder an Bedeutung gewonnen hat, dass er in Kolumbien, einem nicht gerade sehr demokratischen Land, wieder auflebte? Auch wenn Hemingway und Picasso Anhänger der Stierkampfbarbarei waren, halten wir es eher mit Victor Hugo, Émile Zola, Romain Gary, Théodore Monod, Albert Jacquard, Jacques Derrida vor, die dagegen waren und sind.
Ebenso wie diese Persönlichkeiten lehnen 73% der Franzosen den Stierkampf ab, wie eine vor Kurzem für die Stiftung Weber von SOFRES durchgeführte Meinungsumfrage in 6 europäischen Ländern ergab.
Nichts wird uns daran hindern zu sagen - denn dazu haben wir das Recht und die Pflicht -, dass Foltern, Quälen und Töten eines Lebewesen, ob Mensch oder Tier, ganz einfach obszön und abscheulich ist. Wir möchten Ihnen, der auch Kinder zu dem Theaterstück einlädt, sagen, dass Heranwachsende, die Stierkämpfe besuchen, psychisch geschockt werden. Spezialisten sind sich übrigens darüber einig, dass der Stierkampf eine Perversität ist und zu den Darstellungen von Gewalt gehört, die Kinder psychisch verletzen und verderben.
Wir werden hier weder von den öffentlichen Geldern sprechen, die verschwenderisch zur Finanzierung von Stierkämpfen ausgegeben werden, um die finanziellen Löcher zu stopfen, noch von den vielen damit verbundenen Betrügereien. Wir beschränken uns darauf, von den ethischen Problemen zu sprechen.
Wir werden also immer präsent sein, wenn es erforderlich ist, die Öffentlichkeit über die Realität zu informieren
Obgleich wir die schmerzliche Geschichte, die A. Montcouquiol erzählt, respektieren, bemängeln wir dennoch die Doppelmoral von Philippe Caubère, der das menschliche Drama zum Vorwand nimmt, den Stierkampf zu verherrlichen. Wir beklagen ebenfalls, dass Sie gemeinsam mit gewissen Medien an dieser traurigen Maskerade teilnehmen und ihr ein angesehenes Theater wie das Théâtre du Rond-Point zur Verfügung stellen. Wir möchten Ihnen jedoch Gelegenheit zur Wiedergutmachung geben: Wir schlagen Ihnen und auch Philippe Caubère vor, in Verbindung mit der Projektion des von Thierry Hély im August 2000 gedrehten Dokumentarfilm "Juste pour le plaisir, le film de la honte" (Nur zum Vergnügen, der Film der Schande), eine öffentliche und demokratische Diskussion zu führen.
Ebenso laden wir Sie beide ein, mit uns in Brüssel, am Montag, den 24. November 2003, die Sitzung des Internationalen Strafgerichts für Tierrechte gegen den Stierkampf in Europa zu verfolgen. Der Europa-Abgeordnete Yann Wehrling hat bereits zugesagt, vor dem Gericht als Zeuge auszusagen. Alle europäischen Länder werden vertreten sein. Die Organisationen Groupement de Réflexion et d'Action Animal Libération (G.R.A.A.L.) und Fédération Agissons werden vertreten sein. Das Comité Radicalement Anti Corrida (C.R.A.C.) und die Fédération de Liaisons Anti Corrida (F.L.A.C.) werden gegen die französische Regierung als Komplize der Stierkampflobby Anklage erheben.
Abschließend zitieren wir Professor Théodore Monod, der die berühmt Maxime von Alphonse de Lamartine (1) aufgriff und sagte: "Es geht nicht um Tiere oder Menschen, es geht um Tiere UND Menschen. Es ist nicht A oder B, es ist A + B. Ich fürchte, dass es für diejenigen, die uns wegen unseres Handelns Vorhaltungen machen, weder um A noch um B geht."
Täuschen Sie sich bitte nicht in Ihrem Gegner, Herr Ribes, und fangen Sie sich wieder, denn den Menschen, den Sie an diesen beiden Abenden dargestellt haben, hat sich nicht mit Ruhm bekleckert...
" Man kann auch die Größe einer Nation daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt" (Mahatma Gandhi). Ohne Kommentar......
(1) "Man hat nicht ein Herz für die Menschen und ein Herz für die Tiere , man hat entweder ein Herz oder keines."
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