Offener Brief : Barcelona als Antistierkampfstadt im Rahmen des Weltkulturforums 2004
Der katalanische Esel
Die Stadt Amélie les Bains in Gefahr
Südkatalonien geht mit gutem Beispiel voran

Catalogne

PERPIGNAN :Jean Paul ALDUY, Bürgermeister der Stadt, ist gegen den Stierkampf und hat angeblich keine Stierkämpfe geplant. Bleiben wir wachsam!
DEPARTEMENT-RAT: Der Präsident des Departement-Rates (Conseil General) erklärt, Stierkämpfe nicht zu subventionieren, sondern nur Veranstaltungen, die am Rande von Stierkämpfen stattfinden, mit 5000 € zu finanzieren. Das ist "ein wenig" an den Haaren herbei gezogen!
Der Bürgermeister von Bourg-Madame schreibt in seinen Gemeindemitteilungen, dass er vom Regional- und Departement-Rat 140.000 Francs zur Finanzierung einer Arena erhalten hat. Kann man nicht besser mit UNSEREN STEUERGELDERN umgehen ?
Wir befragten alle Departement-Räte nach ihrer Meinung zur Finanzierung von Stierkämpfen mit öffentlichen Geldern. Der Präsident des Rates verteidigt sich damit, dass er nicht die Stierkämpfe sondern nur die damit verbundenen Ferias subventioniert. Unser Geld sollte wirklich besser genutzt werden ! Wir müssen gegenüber den Abgeordneten immer wieder alles in Frage stellen, unsere Unzufriedenheit ausdrücken , die Amoralität ihrer Praktiken herausstellen und ihnen das Beispiel unserer Nachbarn im spanische Teil Kataloniens vor Augen führen..

SAINT ESTEVE : Nach Informationen, die uns zur Verfügung stehen, scheint der Stierkampfclub Pényà Perpinyà la Taurine aus Perpignan, die Stadt St.Estève, dessen Bürgermeister ein Stierkampfanhänger ist, ins Auge zu fassen, nachdem er begriffen hat, dass sich Perpignan ihm verweigert. Dieser Bürgermeister hat nie auf die Briefe des Tierschutzvereins, der FLAC und von Einzelpersonen geantwortet. 3000 Handzettel an die Einwohner, Briefe an die Gemeinderäte und eine Unterschriftssammlung auf dem Markt waren notwendig, damit er reagiert. Das passierte während der Sitzung des Gemeinderates am 4. Februar, an der wir auch teilnahmen und wo wir vor dem Sitzungssaal Banderolen ausgerollt hatten. Der Bürgermeister beabsichtigt nun "keinen Bau einer Arena, aber, damit man sich beim Stadtfest amüsieren kann, soll es portugiesische Stierkämpfe geben". Er weiß wohl nicht, dass bei den portugiesischen Stierkämpfen die Stiere so stark gefoltert werden, dass sie anschließend außerhalb der Sicht der Zuschauern getötet werden müssen. Wir werden weiterhin in St.Estève dabei sein : Ein 2. Brief an die Gemeindevertreter, ein 2. Rundschreiben an die Einwohner werden folgen, und wir werden ständig aufpassen.

PACMA : Die Spanier sind, im Gegensatz zur langläufigen Meinung, mehrheitlich gegen den Stierkampf eingestellt. Bei der letzten Wahl hat die PACMA (Partido Antitaurino Contra el Maltrato dels Animales = Partei gegen Stierkampf und Tierquälerei) in Barcelona ohne Wahlkampfpropaganda, ohne Parteienfinanzierung und dann noch unter den besonderen Umständen des Madrider Attentats 23000 Stimmen erhalten.

ARBEITSGRUPPE STIERKAMPF : In der französischen Nationalversammlung wurde eine Arbeitsgruppe " Stierkampf ", die sich für die Überarbeitung der gesetzlichen Bestimmungen den Stierkampf betreffend einsetzt, gegründet. In dieser Gruppe sind nur Stierkampfanhänger Mitglieder und setzen sich für Änderungen im Sinne des Stierkampfes ein. Wir stellen fest, dass zwei Abgeordnete aus unserer Gegend, François CALVET et Henri SICRE, daran teilnehmen. Welches sind ihre Absichten? Wir haben ihnen Fragen gestellt: "Sind Sie dafür gewählt worden? Welche Rolle wollen Sie dort spielen?" Henri SICRE ist übrigens einer der Vizepräsidenten der Arbeitsgruppe.

EL BURRO CATALÀ : Der katalanische Esel
Als Gegensatz zu dem Stier, der als Aufkleber auf vielen Autos als Zeichen für die Stierkampfbegeisterung seines Fahrers klebt, schufen zwei junge Katalanen aus Banyoles einen Aufkleber , der die Gegnerschaft zum Stierkampf symbolisiert. Mit viel Humor wählten sie den Esel, der als störrisches und arbeitsames Tier gilt, aus. Wir werden uns mit den beiden Erfindern in Verbindung setzen.
.

Seien wir wachsam !
Katalonien will keinen Stierkampf mehr haben. Auch Spanien spricht sich wie ganz Europa mehrheitlich dagegen aus. Die Stierkampfbesessenen bekommen Muffensausen. Sie versuchen nun, nach Südfrankreich vorzudringen und finden dort Politiker, die ihnen gefällig sind. In der Stadt Amélie les Bains in den Pyrenäen besteht die Gefahr. Am 4. September führte die Stierkampfschule von Barcelona zum Ausprobieren den Umgang mit dem Tuch des Toreros vor. Das ist immer ein Anfang, um später den Stierkampf zu einzuführen. Der Tierschutzverein von Amélie-les-Bains hat sofort darauf reagiert. Wir müssen ihn unterstützen. Mehrere Aktionen wurden durchgeführt, darunter eine auf dem Markt der Stadt. Zögern Sie nicht und protestieren Sie mit allen Mitteln beim Tourismusbüro und dem Bürgermeister

OFFICE DU TOURISME ET DU THERMALISME PAYS VALLESPIR(Fremdenverkehrsbüro)
22, avenue du Vallespir - BP13 - 66112 AMELIE LES BAINS Cedex
Tél. 04.68.39.01.98 - Fax 04.68.39.20.20

Rathaus:Mairie de Amélie les Bains
5 rue Thermes 66110 Amélie les Bains
Tel : 04 68 39 26 51
Fax : 04 68 83 99 73

Südkatalonien geht mit gutem Beispiel voran:
Der Tierschutzverein APADOG Association de Protection Animale D'Olot et des Garrotxes) hat die Stierkampfveranstalter von Gerona und Olot im spanischen Teil Kataloniens angezeigt, weil sie das Gesetz vom Juni 2003, welches Kindern unter 14 Jahren das Betreten von Stierkampfarenen untersagt, verletzt haben. In Gerona überwachte die Polizei den Eingang der Arena und verlangte einen Altersnachweis. Daraufhin haben die Stierkampfveranstalter zwei Stierkämpfe abgesagt. In Tarragona bestand das gleiche Problem. Der Bürgermeister dieser Stadt erklärte : " wenn es erwiesen ist, dass Minderjährige unter 14 Jahren in die Arena eingelassen werden, werde ich die Arena schließen."