Jugendschutz
Verantwortlich: Joël Lunel
Jean Poignet

Pétitions :

Verbot des Besuchs von Stierkämpfen für Jugendliche unter 16 Jahren

Für die Schließung der Stierkampfschulen

Informationen:
Kinder in der Stierkampf-Arena
In welcher Welt leben wir ?

Post

Capea für die Grundschule von St-Rémy de Provence

Propaganda für den Stierkampf in Schulen

Affäre St-Sever (Landes)

UNICEF Aktion:
"Kinderfreundliche Stadt"

UNICEF :Aktion "Kinderfreundliche Stadt"
Brief an die Vereinigung französischer Bürgermeister

UNICEF : Auszeichnung von Arles als " Kinderfreundliche Stadt "

Claire Brisset von der Organisation "Défenseure des enfants" sagt uns in ihrem Brief vom 1.Juni 2005 ihre Unterstützung zu

Labarthe-sur-Lèze: Kinderzeichnungen mit Szenen vom Stierkampf

Brief des Inspektors des Nationalen Erziehungswesens

Wir danken dem Inspektor des Nationalen Erziehungswesens

Brief an den Präsidenten der Studiengruppe Kinder- und Jugendschutz
Wir klagen die Anstiftung von Jugendlichen zur Gewalt an.

Geländeaktionen:

Béziers, 8. Januar 2004
Aktion des COLBAC

Folge

2006

Kinder in der Stierkampf-Arena
In welcher Welt leben wir ?

SCHANDE! In ARLES werden Kinder unter Missachtung von Moral, Ethik und Respekt vor Lebewesen von den Stierkampfbetreibern Propagandamethoden totalitärer Regime ausgesetzt. Mit einer "feria de niños", Feria für Kinder, versuchen sie, Minderjährige für den Stierkampf zu begeistern. Verantwortlich dafür ist die schwachsinnige Leidenschaft gewisser Leute, sowie Geldgier und die Angst von Politikern vor Wahlniederlagen.

Die Stierkampf-Betreiber schämen sich nicht! Sie kündigen offen an, aus Jugendlichen zukünftige " aficionados " (Stierkampf-Fans) zu machen. Francis Espéjo, Mitglied des Verwaltungsrats der Stierkampf-Schule von Arles, erklärte in der Zeitung "La Provence" vom 24. März 2005: "Die Kinder-Feria muss veranstaltet werden, wenn nicht, stirbt die Begeisterung am Stierkampf, und in den Arenen wird es nur noch alte Leute geben".

Der Bürgermeister von Arles, Hervé SCHIAVETTI, unterstützt diese Niedertracht sogar offiziell. Höchst persönlich hat er den Startschuss für den Festzug von fast 300 Kindern im Rahmen der Kinder-Feria, die in den Strassen, in der Arena und dem "Espace-Toro" stattfindet, gegeben. Dazu kommt noch der "Arena-Pass", der Kindern den kostenlosen Besuch der Stierkampf-Arena ermöglicht. Wir haben diese Schamlosigkeit schon früher angeprangert und weisen nochmals auf den Ernst der Situation hin. Wenn Stadtverwaltung, Politiker, Medien, Gerichtsbarkeit und Vereine sich an der Organisation einer solchen Feria beteiligen, kann es eigentlich nicht schlimmer werden. Doch auch das Verhalten der Eltern, die sich der Schädlichkeit und Gefahr dieser Veranstaltung nicht bewusst sind., ist höchst beunruhigend.

Die Fanatiker des Stierkampfs sind Wölfe im Schafspelz und verbergen nicht ihre Absicht: "Es ist wichtig, dass wir die Kinder, die von außerhalb kommen, für die Feria werben", erklärte Paquito LEAL, Direktor der Stierkampfschule von Arles, "sie erleben die Feria noch nicht so wie die Kinder von Arles. Bei ihnen muss man die Stierkampfbegeisterung erst noch erwecken." Nach Meinung dieses Mannes wird die Kinder-Feria zukünftig ihren festen Platz im Kalender von Arles einnehmen. Am nächsten Samstag werden die Kinder wiederkommen, um sich eine "novillada" (Stierkampf mit Jungtoreros und -stieren) anzusehen. "Zweifellos werden sie ihre Eltern bitten, noch andere Stierkampfveranstaltungen der Stadt besuchen zu dürfen", wie die Lokalzeitung "La Provence" in ihrer Ausgabe vom 24 März 2005 bemerkte.

Der Sänger Francis CABREL stellt in einem Chanson, der das Leiden eines Stieres in der Arena beklagt, die Frage " Ist diese Welt noch ernst zu nehmen ? ". Eine Frage, die sich im Falle von Arles mit Nachdruck stellt!

Capea für die Grundschule von St-Rémy de Provence
am 24.Juni 2004

An die Lehrer und die Elternvereinigung
der Grundschule von St-Rémy de Provence

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich erlaube mir, Ihnen als Vertreter des örtlichen Kommitees der F.L.A.C. und als pensionierter Lehrer zu schreiben. Zahlreiche Bürger von St-Rémy de Provence haben mir ihr Entsetzen mitgeteilt, als sie davon erfuhren, dass die Schüler der Grundschule eingeladen wurden, am 24. Juni 2004 einer "capea" in der Arena von St-Rémy de Provence zuzuschauen.
Diese Einladung zu einem Scheinstierkampf, der von der Stierkampfschule von St-Rémy, einer Schule, in der Jugendlichen der Gebrauch eines Dolches beigebracht wird, ist eine Propagandaaktion im schulischen Bereich für ein barbarisches Vergnügen , das in unserer Zeit nicht tolerierbar ist.

Eine "capea" (Demonstration eines Stierkampfes ohne Todesstoss, in der die jungen Rinder in ähnlichen Bedingungen wie beim richtigen Stierkampf vorgeführt werden) kann bei den Kindern einen tiefen Schock auslösen und die Hemmschwelle zur Ausübung von Gewalt an Tieren herabsetzen. Das ist übrigens die Schlussfolgerung eines Berichtes der Psychologin Blandine Kriegel, der auf Anforderung des Kultusministeriums angefertigt wurde und Gewaltschauspielen gefährliche Einflüsse auf Jugendliche bescheinigt.

Außerdem, Kinder an solchen "Vergnügungen"teilnehmen zu lassen, widerspricht der Empfehlung der offiziellen Mitteilung des Erziehungsministeriums vom 16. Mai 1985, welche klarstellt, dass der Unterricht das Ziel hat, "eine Erziehung zur Achtung des Lebens in allen seinen Formen" zu erreichen.

In diesem Sinne hoffen wir als Antistierkampf-Kommitee, sowie viele unserer Mitbürger, dass die Vernunft sich durchsetzt und dass die Lehrer von St-Rémy es wagen, diese Einladung, die eine hinterlistige Werbung für den Stierkampf und seiner grausamen Begleiterscheinungen ist, abzulehnen

Wir stehen den Lehrern und den Eltern der Schüler mit ergänzenden Informationen zur Verfügung. Wir erhoffen uns einen Dialog, erwarten Ihre Vorschläge und eventuell Ihre Kritik.

In der Hoffnung, dass unsere Warnung von Ihnen als ernsthaft erachtet wird, verbleiben wir

mit freundlichen Grüssen

Tarascon, den 4.Mai 2004
Der örtliche Vertreter der F.L.A.C
Joël Lunel



Propaganda für den Stierkampf in Schulen
23. Oktober 2004

Frau Linda SALMA
Schulrätin
Schulbehörde des Departements Landes
5 avenue Antoine Dufau
BP389
40012 Mont-de-Marsan Cedex

Sehr geehrte Frau Schulrätin,

Erlauben Sie mir bitte, Ihnen meine große Besorgnis darüber auszudrücken, dass die Stierkampforganisatoren wieder einmal die Schulen benutzen, um die Jugend in ihrem Sinne zu beeinflussen. So werden im Rahmen der "XX. Stierkampfkulturellen Woche" die Kinder des Gemeindeverbunds Saint-Sever aufgefordert, Stiere zu malen, die dann ausgestellt werden sollen. Diese Malaktion wird mit dem Argument begründet, dass der Stierkampf Teil des kulturellen Umfelds der Kinder sei.

Wir wissen, dass das menschliche Wesen nicht frei von Widersprüchen und neugierig genug ist, eine grausame Praktik zuzulassen, wenn sie sich in einem bestimmten Bereich durchgesetzt hat.
Kognitive Bilder zu malen ist eine Sache, doch Propagandawerke zu schaffen, ist eine andere.

Erinnern wir uns, dass anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises an die UNESCO die UNO die Jahre 2001 - 2010 zum Jahrzehnt der Kultur, der Gewaltlosigkeit und des Friedens zugunsten aller Kinder der Welt erklärt hat. Alle Ebenen des französischen Erziehungssystems von der Vorschule ab sind also aufgefordert, im Sinne der Erklärung zu wirken und dafür angemessene pädagogische Mittel und Methoden einzusetzen.

Übrigens möchten wir hier ebenfalls an die Erklärung der LFDA vom 15. Oktober 1980 am Sitz der UNESCO in Paris erinnern:

"Der Stierkampf ist eine schändliche und bestechliche Kunst, bei der nach bestimmten Regeln, in aller Legalität und öffentlich Tiere gefoltert und getötet werden. Er wendet sich an die niedrigsten Instinkte des Menschen, verstört Kinder und sensible Erwachsene, er verschlimmert den Zustand von Nervenkranken, die von diesem Spektakel angezogen werden, er zerstört die Beziehung zwischen Mensch und Tier, er ist ein Fest des Schmerzes und des Todes. Der Stierkampf ist eine bedrohliche Herausforderung für die Moral, sowie für Erziehung, Wissenschaft und Kultur."
Folglich erscheint es uns sehr wichtig, an den Schulen Maßnahmen zu ergreifen, um die Verherrlichung der Gewalt zu verhindern. Wenn wir uns alle einig sind, unsere Stimmen zu erheben, um diese Gewalt zu verurteilen, wird es höchste Zeit, Worten Taten folgen zu lassen.

Mit freundlichen Grüssen !

Josyane QUERELLE
Präsidentin der FLAC



UNICEF
Aktion " Kinderfreundliche Stadt "
den 23 Februar 2005

Mehr darüber

Frau Rita CRISTOFARI
Koordinatorin der Aktion " Kinderfreundliche Stadt "
Rue Dugay Trouin
75006 PARIS.

Sehr geehrte Frau Cristofari,

Am Montag, den 14. Februar hat unsere Beauftragte für die Region Paris/Ile-de-France Ihnen einen Bericht überreicht, der sich auf die Aktion " Kinderfreundliche Stadt " der UNICEF bezieht.

Diese Übergabe hatte zum Ziel, die UNICEF darüber zu informieren, dass bestimmte Städte, die diesen Titel anstreben, in ihren Mauern sogenannte "Stierkampf-Schulen". beherbergen. An diesen "Bildungsstätten" werden kleine Kinder (sogar sehr kleine!) und Heranwachsende in die Praxis des Stierkampfes eingewiesen.
Sie lernen dort, Tiere zu Tode zu quälen - Kälber und junge Stiere - und Pferde übel zuzurichten.
Anliegend finden Sie eine Liste, in der die Städte aufgelistet sind, die diese famosen "Schulen" haben, und eine Liste der Städte mit Stierkampf-"Tradition", die in ihren Arenen an Corrida-Tagen Kinder einlassen.
Hinzuzufügen wäre, dass diese Spektakel manchmal fûr die Kinder gratis sind, was für Eltern mit wenig Verantwortung einen Anreiz bedeutet, ihre Schutzbefohlenen gerne zu dem Gemetzel zu geleiten.
Folglich werden sie unsere Drängen, diese Städte von dem Projekt "Kinderfreundliche Stadt" formel auszuschliessen, verstehen, Wir zweifeln nicht an Ihrem guten Willen, mit Respekt für Lebewesen - im Sinne für alle Lebewesen - zu wirken und verbleiben
Mit freundlichen Grüssen.

Josyane QUERELLE-RIQUIER
Präsidentin der FLAC



Aktion "Kinderfreundliche Stadt"
Brief an die Vereinigung französischer Bürgermeister

Verband Französischer Bürgemeister
41 Quai d'Orsay
75343 PARIS Cedex 07

Betreff : Kinderfreundliche Stadt

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wir haben erfahren, dass Ihr Verband in Partnerschaft mit der UNICEF die Initiative "Kinderfreundliche Stadt" ins Leben gerufen hat. Dazu können wir Ihnen nur gratulieren und wir freuen uns über eine solche Initiative, deren hauptsächlichen Ziele die Verbesserung der Sicherheit, Umwelt, Kultur und der Erziehung der Kinder sind.

Unsere Organisation klagt seit mehr als 10 Jahren das sinnlose Leiden von Tieren und insbesondere die Darstellung von Gewalt, die in Spektakeln Kindern dargebracht oder, noch schlimmer, ihnen beigebracht wird, an.

Mit Entsetzen haben wir in der Zeitung " La Provence " vom 8.11.2004 gelesen, dass die Stadt Arles das Label " Kinderfreundliche Stadt " beantragt hat. Wir waren sehr erstaunt, da jedermann weiß, dass die Stadt Arles eine Schule für den spanischen Stierkampf beherbergt und subventioniert. Dort bringt man Kindern bei, Tiere zu foltern und sie mit dem Dolch zu töten! Eine solche Erziehung zur Grausamkeit und Anstiftung zur Gewalt erscheint uns unvereinbar mit einer Stadt, welche die Bezeichnung "kinderfreundlich" tragen will.

Offiziell gibt es sieben dieser "Schulen" der Barbarei in Frankreich. Eine komplette Akte wurde im Februar 2004 über diese "Schulen" der Schande angelegt, die wir Ihnen gerne, wenn Sie möchten, zusenden werden.

Außerdem hat die Stadt Arles einen " Pass für die Arena " geschaffen, um Kinder zu ermuntern, Stierkämpfen zuzuschauen (siehe beigefügte Fotokopie). Für einen bescheidenen Beitrag können Jugendliche unter 20 Jahren 20 Stierkampfspektakel, davon 10 mit Todesstoss, beiwohnen. Welch ein Skandal! Während in Katalonien der Eintritt fûr Arenen Jugendlichen unter 14 Jahren verboten ist.

So hoffen wir, dass Städten, die Schulen für den spanischen Stierkampf beherbergen und subventionieren, niemals das Label "Kinderfreundliche Stadt" tragen dürfen. Besser wäre noch, wenn der Verband Französischer Bürgermeister ebenso wie die UNICEF die unheilvolle Indoktrinierung und Anstiftung zur Gewalt anprangern würden.

In der Hoffnung, bei Ihnen Gehör zu finden und in Erwartung einer Antwort verbleiben wir

Mit freundlichen Grüssen

Agde, den 6. Juni 2005
Im Auftrag der Kommission Jugenschutz der F.L.A.C.
Joël LUNEL



Auszeichnung von Arles als " Kinderfreundliche Stadt "

An den Präsidenten der UNICEF
3 rue Duguay-Trouin
75282 PARIS Cedex 06

Sehr geehrter Herr Präsident,

Mit Entsetzen haben wir erfahren, dass die Stadt Arles von UNICEF als " Kinderfreundliche Stadt "". ausgezeichnet wurde. Wir sind über diese Fehlentscheidung schockiert

Diese Stadt subventioniert eine "Schule für die spanische Corrida". In dieser Schule lehrt man Kindern ab einem Alter von 10 Jahren mit einem Dolch, Tiere zu töten. Diese Ausbildung zum Töten ist eine Schande!

Außerdem ermöglicht die Stadt Kindern, Stierkämpfen in der Arena unentgeltlich zuzuschauen.

Zwei neuerliche Expertisen beweisen die verhängnisvolle psychische Beeinflussung von Kindern durch dieses grausame und gewalttätige Spektakel:

Ein Bericht der Psychologin Blandine Kriegel beklagt, dass Vorführungen mit Gewalt einen gefährlichen Einfluss auf Jugendliche ausüben. Der Bericht wurde übrigens von Herrn Jean-Jacques Aillagon, immerhin Kulturminister, angefordert.

Am 10.12.2002 hat Frau Claire Brisset von der Organisation Kinderschutz dem Justizminister Dominique Perben einen Bericht überreicht, der Maßnahmen vorschlägt, den Schutz von Kindern vor Gewaltdarstellungen zu verbessern.
Zu Ihrer Information: Im spanischen Katalonien sind Stierkampfveranstaltungen für Kinder unter 14 Jahren verboten.

Andererseits setzt man die Kinder in diesen barbarischen Schulen, die es übrigens auch in Nîmes, Béziers und Hagetmau gibt, einer großen körperlichen Gefahr aus, denn die Kälber und jungen Rinder, denen sie gegenüber stehen, sind oft viel größer als sie selbst.

Ein anderes Paradox ist, dass die Stadt Arles den Torero Mehdi Savalli als beispielhaften Held, welcher der Immigration und einem prekären Viertel Arles entstammt, herausstellt. Unserer Meinung nach ist er bei Weitem nicht das Beispiel, dem die Jugend von Arles folgen sollte. Übrigens ist für die meisten Bürger von Arles die Integration dadurch, indem man Folterer von Tieren wird, eine fehlgeschlagene Integration und eine Schande für Arles.
Infolge von Gerüchten, die damals im Umlauf waren, haben wir Sie schon mit unserem Brief vom 9.11.2005 vor der Auszeichnung der Stadt Arles gewarnt. Am 12.11.2005 schrieben wir einen ähnlichen Brief an Frau Rita Cristofari, Koordinatorin für die Vergabe des Labels "Kinderfreundliche Stadt". Durch ein E-Mail haben wir von ihr die folgende Antwort erhalten: " Ich werde nicht versäumen, Ihre Anmerkungen der Kommission, welche über die Vergabe entscheidet, zur Kenntnis zu geben."

Wir sind sehr über die ungerechtfertigte Position von UNICEF, einer Organisation, der einige unserer Mitglieder Spenden zukommen lassen, enttäuscht. Ihr Ruf wird darunter leiden.
Wir werden nicht versäumen, Ihre enttäuschende Entscheidung weiterzuverbreiten.

Freundliche Grüße, im Auftrag von enttäuschten Pazifisten
Tarascon, den 15.11.2006
Joël LUNEL, Delegierter des FLAC- Komitee " Pays d'Arles "

UNICEF Aktion: "Kinderfreundliche Stadt"
http://www.stop-corrida.info/3.3.17.Arles.htm



Herrn Francis WEBER
Schulrat
Mont-de-Marsan / Centre Landes
5 avenue Antoine Dufau . BP 389
40012 Mont-de-Marsan Cedex

Sehr geehrter Herr Schulrat,

Mehrere Eltern von Schülern der Stadt Saint-Sever teilten uns ihre Besorgnis mit hinsichtlich eines Ateliers und einer Ausstellung für Comics, die am kommenden Dienstag, den 8. November, für Kinder organisiert werden sollen.

Die Eltern sind beunruhigt, weil dieses Atelier im Rahmen der "Stierkampfkulturellen Woche" vom 5. bis zum 11 November in Saint-Sever stattfindet, die sich offensichtlich auf verschiedene Formen von Stierkämpfen stützt..

Darunter sind auch Stierkämpfe nach spanischer Art, der abscheulichen Corrida mit ihrem grausamen Gefolge, zu verstehen. Den Stierkampf gegenüber Kindern durch Comics oder andere Darstellungsformen zu verherrlichen widerspricht dem Offiziellen Bulletin des Nationalen Erziehungswesens vom 16.5.1985. darin heißt es, dass die "Erziehung unter Achtung des Lebens in allen seinen Formen" zu erfolgen hat.

Gleichermaßen verurteilen wir scharf das Eindringen gewisser Organisationen in den schulischen Bereich, mit dem unter dem Vorwand von Kunst und Kultur Werbung für Foltervergnügen und Tötungsspektakel getrieben und somit Gewalt verharmlost wird.

Aufgrund dessen rechnen wir mit Ihrer Wachsamkeit, um während des Schulunterrichts jeden Versuch einer unheilvollen Beeinflussung der Kinder auszuschließen.

In Erwartung einer zufrieden stellenden Antwort verbleiben wir

hochachtungsvoll

Agde, den 5. Oktober 2005

Beauftragte der Kommission Jugendschutz der F.L.A.C.
Joël LUNEL

P.S.: Zur Information senden wir eine Kopie dieses Briefes an die Schulrätin Frau Linda SALMA



Claire Brisset
von der Organisation " Défenseure des enfants " sagt uns in ihrem Brief vom
1.Juni 2005 ihre Unterstützung zu:

le 1er juin 2005
Sehr geehrte Präsidentin,

Herr Poignet hat mir heute auf meine Bitte Fotos und Presseabschnitte zur Gewalt, der Kinder, die bei Stierkämpfen zuschauen, ausgesetzt sind, zugesandt. Hierfür bedanke ich mich bei Ihnen.

Diese Dokumente stellen die Gewalt bei Stierkämpfen und die schweren Folgen, die sich für jugendliche Zuschauer daraus ergeben, heraus und klagen den Bekehrungseifer seiner Anhänger an.

Als jemand, der sich um die Interessen und um den Schutz von Kindern kümmert, bin ich der Meinung, dass Sie mit Ihren Aktionen auf dem richtigen Wege sind. Zu handeln, um zu verhindern, dass Kinder Zeugen oder sogar Akteure bei diesen grausamen Schauspielen sind, scheint mir nicht nur nützlich sondern auch sehr lobenswert zu sein. Es geht dabei um das seelisches Gleichgewicht der Kinder und um die Bewahrung moralischer Werte, die wir ihnen vermitteln müssen.

Mit Interesse stellen ich fest, dass Spanien ein Gesetz verabschiedet hat, das Kindern unter 14 Jahren das Betreten der Arenen verbietet.

In Frankreich scheint kürzlich ein entsprechender Gesetzesvorschlag der Nationalversammlung vorgelegt worden zu sein.
Ich zweifele nicht daran, dass unsere Volksvertreter ihn entgegenkommend behandeln werden.

Mit meiner starken Unterstützung für die Fortsetzung Ihrer Aufgabe verbleibe ich mit freundlichen Grüssen

La Défenseure des Enfants
Claire BRISSET
104 bd Auguste Blanqui -75011 Paris



Labarthe-sur-Lèze: Kinderzeichnungen mit Szenen vom Stierkampf

Herrn
Jean RAFENOMANJATO
Schulrat
Cité administrative - bât. F
Boulevard Armand Duportal
BP 636
31300 TOULOUSE CEDEX

Toulouse, den 27. März 2005

Sehr geehrter Herr Rafenomanjato,

In Labarthe / Lèze fanden am 19.6.2004 zum ersten Mal Spiele mit Stieren statt. Es wurden in einer kleinen mobilen Arena Stiere frei gelassen, was man "encierro" nennt, und danach wurden ein paar Vorführungen mit dem roten Tuch der Toreros gezeigt.

Während der Festlichkeiten wurden auf Plakattafeln, die normalerweise für Wahlkämpfe benutzt werden, Zeichnungen von Schülern der öffentlichen Schulen ausgestellt, die ausschließlich Stierkampfszenen darstellten. Das erschien uns ungeheuerlich. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Aufforderung von Kindern, Folter und Tod eines Tieres zu zeichnen, zur Verharmlosung von Gewalt führt, was nicht im Einklang mit der Ethik des nationalen Erziehungswesens ist.

Als wir davon hörten, dass die Organisatoren diese Art von Spektakel wiederholen wollten, war zu befürchten, dass die Schüler wiederum aufgefordert werden. Deshalb wollten wir mit den beiden Schulen von Labarthe sprechen.

Eine Lehrerin der Schule Saint Louis hat uns Anfang Januar 2005 bestätigt, dass ihre Schule vom Stierkampfclub angesprochen wurde mit dem Vorschlag, kleine Objekte mit Stierkampfthemen zu basteln, deren Verkaufserlös der Schule zugute kommen sollte. Die Schule, eine private Lehranstalt, wies das Angebot zurück und verlegte ihre jährliche Kirmes an einen anderen Ort, um mit dem grausames Spektakel nicht in Verbindung gebracht zu werden.

Uns blieb jetzt noch, sich mit der öffentlichen Schule zu unterhalten. Dazu haben wir am 27. Januar dieses Jahres einen Brief an die Direktorin der Grundschule geschrieben und um ein Treffen gebeten, um mit ihr über die Infiltrierung des Stierkampfs in den Kassen und die Gefahr, die davon ausgeht, zu sprechen. Nach anderthalb Monaten, in denen wir keine Antwort erhielten, riefen wir die Direktorin Frau Pedrola an. Sie antwortete uns wie folgt:

  • Dass sie nicht verantwortlich ist für die Zeichnungen, die im Jahr 2004 von der Klasse CE1 angefertigten wurden.
  • Dass die Lehrer sich versammelt haben, um über unseren Brief zu sprechen und dass sie schlussfolgerten "nichts falsch gemacht zu haben".
  • Dass wir nicht von den Verantwortlichen empfangen werden.

Eine dritte Person, ohne sich vorzustellen, schrie in den Apparat, dass sie uns nicht sehen wolle, da unser Brief beleidigend sei, obwohl wir unser Anliegen mit vollem Respekt und Korrektheit vorgetragen haben. Angesichts der Verweigerung eines Dialogs wenden wir uns mit der Bitte an Sie, sich einzuschalten, damit die Schule von Labarthe sur Lèze den Kindern nicht mehr ein falsches Bild vom Stierkampf vermittelt! Unser einziges Ziel ist der Schutz der Kinder unseres Landes. Der Stierkampf ist für Jugendliche durch seinen Sadismus gefährlich und das Zuschauen beim Todeskampf eines Tieres kann Verhaltensstörungen bei Kindern verursachen.

Im Rahmen des Jahrzehnts der Gewaltlosigkeit bitten wir Sie, Herr Schulrat, einzuschreiten, um die Propaganda für den Stierkampf in den Schulen insbesondre von Labarthe sur Lèze und allgemein in ihrem Schulbereich zu verhindern. Der Stierkampf hat keinen Platz in den Schulen des Nationalen Erziehungswesens! Schüler in den Stierkampf einzuführen, ist nicht im Lehrplan vorgesehen!

Wir danken Ihnen im Voraus dafür, dass Sie unserer Bitte entsprechen und verbleiben
Mit freundlichen Grüssen

Françoise Latapie
Beauftragte des Kommitees

Brief des Inspektors des Nationalen Erziehungswesens

an die Direktorin der Grundschule von Labarthe s/Lèze und ihre Mitarbeiter
vom 2. Mai 2005

Betreff: Beschwerde des Kommtees der F.L.A.C.

Anlässlich eines Briefes des Kommitees der F.L.A.C. (Fédération des Luttes pour l'Abolition de la Corrida), von dem ich Ihnen eine Kopie übermittle, fordere ich sie auf, wenn erneut ein Fest mit Stieren in Labarthe sur Lèze veranstaltet wird, diese Veranstaltung nicht mehr zu unterstützen.
Selbst wenn es sich nicht um einen Stierkampf handelt, kann man darin eine Propagandaaktion für den Stierkampf sehen. Der Stierkampf ist ein Spektakel, in dessen Mittelpunkt der Tod steht, manchmal gespielt, aber auch direkt vorgeführt mit Blut und Stress.
Die Aufgabe der Schule ist es nicht, bei solchen Veranstaltungen mitzumachen, selbst dann nicht, wenn diese für gewisse Leute ein Teil der kulturellen Identität sind.

Lassen Sie uns vor allem in einem Raum, der ein Ort der Begegnung und Offenheit sein soll, Wege vermeiden, wo die Kontoverse dominiert. G. Heurtaux

Wir danken dem Inspektor des Nationalen Erziehungswesens

Mit grosser Freude haben wir von dem Brief Kenntnis genommen, den Sie an die Direktorin der Grundschule und deren Mitarbeiter in Folge unserer Intervention vom 27. März adressiert haben. Ihre Achtsamkeit gibt uns Rückenstärkung und wir sind besonders erfreut, dass Sie den Mut haben, offen die Beschönigung des spanischen Stierkampfes anzuprangern.

Die Kontroverse, die das umstrittene Thema des Stierkampfes hervorruft, ist in unseren Augen kein Nachteil, wenn überall eine offene Diskussion stattfindet. Jedoch ist dieses leider zur Zeit nicht der Fall. Tatsächlich stehen wir einer riesigen Propaganda zugunsten einer unvertretbaren Handlung, die das Gesetz indirekt untersagt, gegenüber.

Indem wir Ihnen nochmals herzlich danken, verbleiben wir mit freundlichen Grüssen

Françoise Latapie
Komitee F.L.A.C Toulouse



Brief an den Präsidenten der Studiengruppe Kinder- und Jugendschutz
Wir klagen die Anstiftung von Jugendlichen zur Gewalt an.

Sehr geehrter Herr Abgeordneter,

Wir haben erfahren, dass Sie der "Studiengruppe Kinder- und Jugendschutz" der französischen Nationalversammlung angehören. Wir gratulieren Ihnen zu dieser ehrenhaften Aufgabe, die einen positiven Einfluss auf unsere aktuelle und zukünftige Entwicklung unserer Gesellschaft haben könnte.

Daran anknüpfend möchten wir Sie über gewisse Fehlentwicklungen schwerwiegender Art informieren, die in den Regionen Südfrankreichs auftreten und durch die Kinder und Heranwachsende zu Zuschauern und sogar zu Mitwirkenden von Gewaltszenen werden.

Zu diesen Fehlentwicklungen zählt die Veranstaltung von Stierkämpfen, die für Kinder äußerst schädlich ist. Bei diesen grausamen Spektakeln können Kinder gratis oder zu ermäßigten Tarifen zuschauen. Das ist u.a. in der Stadt Arles mit dem "Arena-Pass" der Fall. Im spanischen Katalonien sind solche Spektakel für Kinder unter 14 Jahren verboten.

Schlimmer noch ! Diese Barbarei wird in sogenannten "Stierkampfschulen" gelehrt. In diesen abscheulichen Schulen wird Kindern ab 9 Jahren beigebracht, mit dem Dolch Tiere zu töten. Ohne Skrupel setzt man darüber hinaus Kinder einer Gefahr aus, indem man sie Kälbern oder jungen Kühen gegenüberstellt, die oft größer sind als sie.

Diese "Schulen der Grausamkeit" erhalten Subventionen von Gemeinden, Kreisräten, Regionen und manchmal auch von Familienausgleichskassen. Die "Schulen der Schande" gibt es in Nîmes, Arles, Tarascon, St-Rémy-de-Provence, Cardet (bei Alès) sowie in den Landes in Hagetmau und Campet-et-Lamolère.

Diese unheilvolle Indoktrinierung steht im Gegensatz zu dem kürzlich erschienenen Bericht der Pspychologin Blandine Kriegel, die diese Gewaltspektakel beschuldigt, einen verhängnisvollen Einfluss auf Jugendliche auszuüben. (Der Bericht wurde vor einiger Zeit von dem damaligen Kulturminister Jean-Jacques Aillagon angefordert.)

Erst neulich hat Claire Brisset von der Organisation "Défenseurs des enfants" dem Justizminister Dominique Perben einen Bericht überreicht mit dem Vorschlag, die Maßnahmen zum Schutz von Minderjährigen im Hinblick auf Gewalt enthaltenen Veranstaltungen zu verbessern.

Angesichts dieses widersprüchlichen und schwerwiegenden Zustandes würden wir es in Erwartung eines endgültigen Verbots dieser grausamen Spektakel begrüßen , wenn Gesetze gegen jegliche Anstiftung zur und Ausübung von jugendlicher Gewalt erlassen werden.

Unsererseits haben wir schon l'UNICEF vor dieser gefährlichen Propaganda und Beeinflussung von Jugendlichen gewarnt. Diese Warnung haben wir ausgesprochen, als wir erfahren haben, dass die Stadt Arles bei der UNICEF das Label "Kinderfreundliche Stadt" beantragt hat, obwohl sie eine Schule für den spanischen Stierkampf subventioniert. Ein solches Paradox erscheint uns unvertretbar!

Wir danken Ihnen im Voraus für das Engagement und die Hilfe, womit Sie diesen schwierigen aber notwendigen Kampf gegen Gewalt und Grausamkeit unterstützen könnten.

Mit freundlichen Grüssen

Agde, den 18. Mai 2005
Im Auftrag der Kommission Jugendschutz der F.L.A.C.
Joël LUNEL

BEZIERS (Herault / 34)
Sonnabend, den 13. Dezember 2003 und Donnerstag, den 8. Januar 2004
Gegen die Beeinflussung der Jugend durch die Stierkämpfer!
Koordinierte dezentrale Aktionen

NEIN ZU STIERKAMPFSCHULEN!

Im PALAIS DES CONGRÈS von Béziers

COLBAC nahm die Neujahrsglückwünsche des Bürgermeisters an die Bürger von Béziers zum Anlass, seine Opposition zur Eröffnung (Wiedereröffnung) einer Stierkampfschule in Béziers zum wiederholten Mal zum Ausdruck zu bringen.

Die 23000 Unterschriften der Bürger von Béziers, die sich gegen den Stierkampf ausgesprochen haben, wurden auf einer großen Tafel, einer Wand voller Unterschriften, die dem Bürgermeister nicht verborgen bleiben konnte, ausgebreitet.

Jacques Blanc, damals noch Präsident der Region Languedoc-Roussillon, stellten wir die Frage : "Was halten Sie vom Stierkampf?" Seine lakonische Antwort, als er die Treppe zum Palais des Congrès hinauf eilte: "Jeder kann machen, was er will!"

Schlussfolgerung: Jeder kann nach seinem Belieben foltern!!!

VORGESCHICHTE
Im Jahre 2001 gab die Stadt Béziers bekannt, in ihrer Stadt eine Stierkampfschule zu eröffnen. Da eine solche Einrichtung sehr teuer ist, suchte die Stadt zur Finanzierung Partner, insbesondere beim General- und Regionalrat. Darauf reagierte COLBAC sofort:
1. Etwa 2000 Protestbriefe wurden an das Rathaus, sowie an den General- und Regionalrat geschickt.
2. Personen, die sich beruflich mit Kindern befassen (Lehrer, Erzieher, Psychologen und Psychiater), wurden gebeten, den folgenden Brief zu unterzeichnen
Meine Ausbildung und berufliche Erfahrung veranlassen mich festzustellen, dass alle Aktivitäten, die Gewalt verniedlichen oder verherrlichen, die Entwicklung von Kindern und Heranwachsenden schwerwiegend stören. Eine Stierkampfschule, die für sehr junge Leute bestimmt ist, hat zum Zweck, nicht nur Folter und Töten von empfindlichen Lebewesen zu legitimieren, sondern darüber hinaus zur Geltung zu bringen. Folglich wende ich mich gegen alle Projekte, die die Schaffung von Stierkampfschulen zum Ziel haben und fordere, dass die Stadt Bézier von ihrem Projekt Abstand nimmt
75 Lehrer, Erzieher, Psychologen und Psychiater haben diesen Brief unterschrieben. Er wurde von COLBAC an alle Stadträte von Béziers, sowie an alle General- und Regionalräte geschickt, d.h. an etwa 200 Volksvertreter. Nicht ein einziger Abgeordnete war bereit, gegen das Projekt einer Stierkampfschule Stellung zu nehmen.
3. Im März 2003, anlässlich einer öffentlichen Sitzung des Generalrates im Palais des Congrès von Béziers, sprach der Präsident von COLBAC die Generalräte, die auf der Tribüne saßen, an. Nachdem er sie daran erinnert hatte, dass COLBAC in Béziers 22000 Unterschriften gegen den Stierkampf (ein Rekord!) gesammelt hat, fragte er sie, ob sie das Projekt einer Stierkampfschule in Béziers subventionieren werden. Nicht ein Einziger war bereit, auf diese einfache und legitime Frage zu antworten!!! Unsere Volksvertreter weigern sich also, uns zu sagen, was sie mit unseren Steuergeldern anstellen.
Nur Naive glauben noch, dass wir in einer Demokratie leben….

Wie arbeitet die F.L.A.C