| AKTIONEN |
 |
UNESCO
Aufgepasst ! |
 |
Die Stadt Mouans-Sartoux in der Nähe von Cannes an der Côtes d'Azur
hat sich als erste französische Stadt als " anticorrida " erklärt! |
 |
Bericht von der Übergabe der Unterschriften der Antistierkampf-Kampagne von ADDA und WSPA an das katalonische Parlament
Akte: die Städte antitaurine
|
 |
Rémich (Luxemburg)
Partnerstadt der französischen Stierkampfstadt Bessan
im Departement Hérault
Der Bürgermeister von Rémich antwortete uns
|
 |
Brief zur Sensibilisierung karitativer Organisationen, denen von der Stierkampflobby Spenden angeboten werden
|
 |
5. Juli 2005
MENSCHENRENNEN VON PAMPELONA
organisiert von PETA |
 |
Stierkampf im Fernsehen :
Für eine Warnung in Erwartung eines Verbot dieser Sendungen
Antwort von Dominique BAUDIS, Präsident CSA |
 |
La Traviata-Regisseur nimmt Stierkampf auf die Hörner |
 |
Wir gratulieren der Zeitschrift "CHEVAL MAGAZINE"
|
 |
INTELLEKTUELLE SELBSTBEFRIEDIGUNG BEI STIERKAMPF-KOLLOQUIUM IN PARIS
|
|
|
|
2005
Affaire UNESCO
Aufgepasst !
Der F.L.A.C. liegen Informationen vor, dass es seitens der Stierkampfverfechter Bestrebungen gibt, die Corrida von der UNESCO als Weltkulturerbe eintragen zu lassen. Die F.L.A.C. wird bei der UNESCO intervenieren und eine internationale Aktion einleiten, um den Versuch, eine kriminelle Praktik, deren vorgeblicher kultureller Aspekt nicht seine Abschaffung verhindern wird, zu verfestigen.
Die Angelegenheit wird von uns weiter verfolgt.
Informationen über das immaterielle Weltkulturerbe (intangible heritage) finden Sie bei:
Die Stadt Mouans-Sartoux in der Nähe von Cannes an der Côtes d'Azur
hat sich als erste französische Stadt als " anticorrida " erklärt!
Glückwunschschreiben an den Bürgermeister und den Stadtrat
Betreff : Glückwünsche
Herrn André ASCHIERI
Bürgermeister von Mouans-Sartoux,
Damen und Herren des Stadtrats
Agde, den 20 Dezember 2004
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren !
Das Datum des 10. Dezember 2004 geht in die Geschichte ein.
Mit der zustimmenden Abstimmung zur Erklärung als Anticorrida-Stadt hat sich Mouans-Sartoux Tossa de Mar, der ersten spanischen Stadt, die diesen Schritt 1989 unternommen hat, angeschlossen. Das war das erste Mal in der Welt, dass ein Stadtrat eine solche Entscheidung unter der Egide seines Bürgermeisters Telm Zaragoza getroffen hat. Das war eine besonders mutiger Schritt in einer Zeit, in welcher der Kampf gegen den Stierkampf noch nicht mit derselben Heftligkeit geführt wurde wie heute.
Damit wurde Spaniens "Fiesta Nacional" angeprangert.
Heute sind andere Städte Kataloniens gefolgt, insbesondere nachdem Barcelona diesen Schritt am 6. April 2003 unternahm.
So wird die Geschichte ihren Lauf nehmen.
Jetzt ist Frankreich dran. Sie sind nun die Speerspitze einer Opposition gegen die äußerst grausame Praxis des Stierkampfes geworden sind, ein Unwesen, das im Begriff ist, vorerst ganz Südfrankreich zu erobern, und inzwischen dabei ist sich nach Norden auszubreiten.
Wir müssen ohne Unterlass das Treiben der Stierkampflobby anprangern, der es gelungen ist, in zahlreiche Bereiche der Gesellschaft einzudringen, und die dank öffentlicher Gelder überlebt. Wir müssen ohne Unterlass diese " Nationale Schande " bekämpfen. Die demokratische Abstimmung im Stadtrat von Mouans-Sartoux ist das Sinnbild eines unumkehrbaren Wandels geworden. Helfen Sie uns bitte, viele andere Stadträte zu überzeugen, Ihrem Beispiel zu folgen!
Im Namen aller, die aktiv an unserer Seite den berechtigten Kampf gegen die Barbarei führen, möchten Ihnen die Mitarbeiter der F.L.A.C. ihre höchste Anerkennung aussprechen und ihnen die besten Glückwünsche übermitteln.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Josyane Querelle
Präsidentin
Rémich (Luxemburg)
Partnerstadt der französischen Stierkampfstadt Bessan
im Departement Hérault
An den
Bürgermeister
der Stadt REMICH
Postfach 9
L-5501
REMICH
LUXEMBURG
Agde, den 24. Mai 2005
Betreff Partnerschaft mit der französischen Stadt BESSAN im Departement Hérault
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
Seit 1993 bekämpft unsere Organisation, die einen großen Teil von Tierschutzverbänden in Frankreich und anderen europäischen Ländern repräsentiert, die Grausamkeit und Quälerei, die im Rahmen des iberischen Stierkampfes, der Corrida, an Tieren verübt werden.
Dass Ihre Stadt mit der Stadt Bessan freundschaftlich verbunden ist, begrüßen wir sehr, denn wir sind voll überzeugt, dass der kulturelle Austausch zwischen Völkern einen erheblichen Fortschritt für die Zivilisation bedeutet, auch wenn wir Ihnen mitteilen müssen, dass Ihre Partnerstadt leider zu den französischen Städten gehört, in denen der blutigen Stierkampf ausgeübt wird. Jedes Jahr werden in dieser Stadt diese grausamen Spektakel organisiert, bei denen zahlreiche Stiere zu Tode gequält werden. Die Tatsache, dass es in Bessan einen Stierkampf-Club gibt und die Firma PERNOD-RICARD, der Hauptsponsor der Stierkämpfe in Frankreich, dort mit einer Fabrik ansässig ist, verstärkt darüber hinaus die Position der Stierkampfanhänger. Dennoch bilden in Besson die "aficionados" (begeisterte Stierkampfanhänger), wie überall, nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung, was wir Ihnen ausdrücklich zur Kenntnis geben möchten.
Es ist doch offensichtlich, dass je besser man sich kennt, man sich um so mehr schätzt !
Auch andere Stierkampfstädte Südfrankreichs sind übrigens mit Städten Nordeuropas partnerschaftlich verbunden, und wir wissen, dass die Bürgermeister der letzteren sich nicht scheuen, ihren Amtsbrüdern die Unterstützung einer überalterten Tradition vorzuhalten, ohne die freundschaftlichen Verbindungen mit ihnen in Frage zu stellen.
In der Überzeugung, dass die Stadt Rémich unsere Informationen zu nutzen weiß, danken wir Ihnen für die Aufmerksamkeit, die Sie unserem Schreiben entgegenbringen.
Mit freundlichen Grüssen!
Josyane QUERELLE
Präsidentin der F.L.A.C.
Unser Brief vom 24. Mai 2005
Ihre Antwort vom 13.Juni 2005
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
Wir haben Ihren Brief vom 13. Juni erhalten und danken Ihnen herzlich für Ihre Antwort. Ihre Absicht, wie Sie uns mitteilten, mit Persönlichkeiten aus Bessan die Stierkampfproblematik zu erörtern, erfreut uns sehr.
Wir bitten Sie, die Verspätung, mit der wir Ihnen schreiben, zu entschuldigen.
In der Zwischenzeit konnten wir zu unserer Zufriedenheit feststellen, dass während der jährlichen Festlichkeiten in Bessan vom 7. bis 10.August keine Stierkämpfe stattfanden. Trotz unserer Befürchtungen gab es in diesem Jahr also in Bessan keine Tierquälerei. Bedauerlicherweise fand am 21. August letzten Jahres eine "Novillada" (Stierkampf mit 3jährigen Stieren) statt, was uns besonders weh tat und enttäuschte.
Unser Kampf ist sehr hart und sehr schwierig, insbesondere in Südfrankreich, wo vererbte Traditionen aus rückständigen Zeiten, die einer ihres Namens würdigen Zivilisation unwürdig sind, überdauerten. Aber unsere Entschlossenheit, diese vorsintflutlichen Traditionen zu bekämpfen, ist groß, und wir sind sicher, dass dank einer langwierigen aber unausweichlichen Entwicklung der Mentalitäten wir unser Ziel erreichen werden. In diesem Sinne setzen wir große Hoffnungen auf den Norden Europas, der, wie es uns scheint, zivilisatorisch weiterentwickelt ist und die verschiedenen Aspekte des Lebens besser achtet.
Wir danken Ihnen noch einmal und verbleiben
Mit vorzügliche Hochachtung
Josyane QUERELLE
Präsidentin der F.L.A.C.
Brief zur Sensibilisierung karitativer Organisationen, denen von der Stierkampflobby Spenden angeboten werden
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrter Herr Präsident,
Regelmäßig wenden Sie sich an die Öffentlichkeit, um Spenden zur Finanzierung Ihrer Aktionen zu erhalten. Viele unserer Mitglieder sind daraufhin bereit, Sie finanziell zu unterstützen.
Auch die Stierkampflobby bietet immer mehr humanitären, karitativen und sozialen Organisationen den Überschuss bei sogenannten "Wohltätigkeit-Stierkämpfen" als Spende an. Es ist möglich, dass Sie oder eine Ihrer Zweigstellen in Südfrankreich, Spanien, Portugal und einigen südamerikanischen Ländern eines Tages angesprochen werden.
Wir erlauben uns, Sie darauf aufmerksam zu machen, dass die Stierkampfveranstalter keineswegs Philanthropen sind, sie handeln vielmehr aus reinem Eigennutz:
- Sie versuchen ihrem barbarischen Spektakel, das die Mehrheit unserer Mitbürger mit Abscheu erfüllt, ein positives Image zu verleihen.
- Sie profitieren sogar von der Mehrwertsteuer-Befreiung.
- Diese Wohltätigkeit-Stierkämpfe finden außerhalb des normalen Saisonprogramms statt, und sie erlauben den Folterknechten (Toreros) ein zusätzliches Training. Dabei sind mehr oder weniger schwere Verletzungen der Letzteren nicht ausgeschlossen, da es sich oft um junge und wenig geübte Anfänger handelt, und die jungen Stiere, die ihnen gegenüberstehen, sehr unberechenbar sind.
Der römische Kaiser Vespasien meinte "Geld stinkt nicht!", doch dieses Geld ist sehr stark mit Geruch behaftet, dem des Blutes, des Stress und des Leidens.
Man darf Gewalt nicht verharmlosen, insbesondere nicht im Hinblick auf ein junges Publikum, dem leider immer noch nicht der Eintritt zum Stierkampf verboten ist. Man kann nicht zur gleichen Zeit Elend mindern und woanders Elend hervorrufen, auch wenn es anders und weniger bekannt ist.
In ethischer Hinsicht ist es inkonsequent, sogar unverantwortlich, dass Sie gegebenenfalls eine solche Zuwendung akzeptieren.
Der Empfang dieses Geldes würde das Ansehen Ihrer Organisation trüben und dazu führen, dass eine gute Anzahl von Spendern, Ihnen die Unterstützung verweigert.
Deshalb empfehlen wir Ihrem Vorstand, sich dieser Frage vorsorglich anzunehmen und angesichts unserer Argumente die prinzipielle Entscheidung zu treffen, Wohltätigkeitsstierkämpfe ebenso wie alle anderen Werbeaktivitäten der Stierkampflobby abzulehnen. Eine solche Entscheidung würde besorgte Spender hinsichtlich Ihrer ethischen Kohärenz beruhigen und, wenn Sie es wünschen, werden wir selbstverständlich die Öffentlichkeit darüber umfangreich informieren.
Für alle weiteren Informationen stehen wir Ihnen jeder Zeit zur Verfügung.
Wir danken Ihnen im Voraus für Ihre wohlwollende Aufmerksamkeit und verbleiben in der Hoffnung auf eine zustimmende Antwort
Mit vorzüglicher Hochachtung.
Alain Camisuli
Vizepräsident der FLAC
5. Juli 2005
MENSCHENRENNEN VON PAMPELONA
organisiert von PETA
Augenzeugenbericht des Vertreters der F.L.A.C.
 Wenn ich ehrlich sein soll, fragte ich mich, als ich zustimmte, an der Aktion in Pampelona teilzunehmen, ob diese Demonstration nicht nur für Gaffer bestimmt ist. Hier also der Bericht, wie ich dieses Ereignis erlebt habe
Montpellier : Um 6 Uhr morgens, kaum war ich im Bus, der uns nach Spanien bringen sollte, begann ich zu begreifen, dass alle Teilnehmer (sehr viel junge, ich war wahrscheinlich der älteste) sehr motiviert waren. Die Reise war ein wenig anstrengend, und gegen 19 Uhr sind wir am Campingplatz unseres Bestimmungsortes angekommen.
Einige unter uns haben ihr eigenes Zelt aufgestellt, während sich andere in den Schlafsälen und in Campingplatz eigenen Zelten einrichteten. Und dann ging es zum vegetarischen Grill ! Dort haben wir die Instruktionen zur Demonstration am folgenden Tag auf Englisch erhalten (wenn es erforderlich war, gab es immer jemanden, der übersetzte).
Etwas später blieb man noch etwas in der Bar des Campingplatzes zusammen und ging dann ins Bett !
Am nächsten Morgen um 9 Uhr ging es nach Pampelona, dort konnte ich feststellen, dass alles perfekt organisiert war. So wurde die Kleidung in einen Beutel mit dem Namen jedes Teilnehmers versehen und nach Nationalitäten sortiert, auf einem Karren, der von Helfern gezogen wurde, verstaut. Jeder konnte so am Schluss seine Kleidung leicht wiederbekommen. Ursprünglich liefen die Teilnehmer bei der Demo völlig nackt mit, das wurde aber vom Bürgermeister verboten. Also trugen einige einen String, andere weiße Badeanzüge und weitere, wie ich beispielsweise, waren vollkommen weiß angezogen. Einige Angehörige des schönen Geschlechts klebten sich übrigens Sticker auf die Brust oder verhüllten sie mit Plakaten: Es war weder provozierend noch vulgär. Engländer, Amerikaner, Holländer, Schweden, Deutsche, Franzosen und, so viel ich weiß, nur ein einziger Italiener, nämlich ich selbst, nahmen teil.
Dem Demonstrationszug schauten viele Leute zu, die auf beiden Seiten standen, und ich kann bezeugen, dass die Sympathisanten, die wir aufforderten mitzumachen, zahlreicher waren als unsere Gegner. Die uns begleitenden Polizisten beobachteten mehr das Publikum, sofort bereit, im Falle von Ausschreitung der letzteren einzuschreiten und nicht wegen der 600 Teilnehmer an der Demonstration. Jeder von uns verteilte währenddessen hier und da Halsbänder in verschiedenen Farben mit einer Plakette von P.E.T.A. für das Menschenrennen 2005.
Nach dem " Rennen " (es war mehr ein einfacher Marsch) besichtigten wir die Stadt Pampelona, die sehr schön ist. In dieser Stierkampfstadt befindet sich übrigens paradoxerweise ein Denkmal des Heiligen Franz von Assisi.
Gegen Abend zurückgekehrt zum Campingplatz, haben wir durch verschiedene Telefonate mit unseren Heimatländern erfahren, dass das Fernsehen Informationen mit einigen Bilder ausgestrahlt hat. Am Campingplatz konnten wir selbst verfolgen, wie das spanische Fernsehen fünf gute Minuten dem Ereignis gewidmet hat.
Am nächsten Morgen im Bus, alle waren sehr müde, sang ich trotz meiner Müdigkeit ab und zu italienische Arien, um die Monotonie der Rückfahrt aufzulockern.
Von dem nicht unerheblichen Erfolg abgesehen, erlaubte mir diese Aktion (und nicht nur mir), neue Freundschaften mit Leuten, die dieselben Ideale wie wir haben, zu knüpfen.
Übrigens rechne ich damit, das im nächsten Jahr zu wiederholen. Vor allem hoffe ich, dass möglichst viele Mitglieder der FLAC sich entschließen, ebenfalls mit unseren Banderolen mitzumachen, vorbehaltlich einer Übereinkunft zwischen FLAC und PETA.
Stierkampf im Fernsehen :
Für eine Warnung in Erwartung eines Verbot dieser Sendungen
À l'attention de :
Herrn DOMINIQUE BAUDIS
PRESIDENT DU CSA ( *)
TOUR MIRABEAU
39 - 43 QUAI ANDRE CITROËN
75739 PARIS CEDEX 15
Agde, den 21. März 2005.
Sehr geehrter Herr Präsident,
Wir möchten Ihre Aufmerksamkeit darauf lenken, dass uns sehr regelmäßig Fernsehzuschauer wegen der Programmgestaltung von Magazinen oder Reportagen, in denen über den Stierkampf berichtet wird, ansprechen. In diesen Sendungen werden dem Publikum Stierkämpfe präsentiert, als ob es sich um ganz banale Spektakel handelt.
Die Verantwortlichen dieser Programme heben hervor, dass diese Reportagen sich im Wesentlichen auf eine "Tradition" beziehen und dass in diesem Rahmen die Zuschauer nicht "überrascht" sein dürfen, ab und zu Bilder von blutenden Stieren zu sehen.
Wir können Ihnen sagen, dass die Zuschauer nicht nur "überrascht", sondern vielmehr schockiert sind, und dann das Programm wechseln oder abschalten. Wir möchten hinzufügen, dass diese Personen sehr zahlreich sind, denn alle Meinungsumfragen zeigen, dass vier von fünf Franzosen den Stierkampf ablehnen.
Wir möchten hinzufügen, dass unseres Erachtens Information nicht gleichbedeutend mit Propaganda sein sollte. Verschiedene Magazine, die dem Stierkampf gewidmet sind, sind von einem fanatischen Bekehrungseifer erfüllt, insbesondere im Hinblick auf die Jugend, dem bevorzugten Ziel der Stierkampfveranstalter.
Es ist also notwendig, so früh wie möglich Maßnahmen zu ergreifen, um die Gefährdung durch solcher Bilder zu begrenzen, bevor ein Verbot dieser Sendungen erfolgt.
Wenn im Fernsehen Fiktionen gesendet werden, werden bereits Warnungen eingeblendet. Sie erlauben aufmerksamen Eltern, die Art einer Sendung rechtzeitig zu erkennen.
Sicherlich sind Reportagen und Magazine in diesem Sinne keine Fiktion und müssen deshalb um so mehr mit eine Warnung versehen sein, weil es sich nicht um etwas Virtuelles handelt: Die Bilder vom Stierkampf reflektieren die Realität einer unvorstellbaren Brutalität.
Wir verhehlen weiterhin nicht, dass solche Magazine das Ziel haben, den Stierkampf noch mehr in den Bereichen zu verankern, in denen er schon sein Unwesen treibt. Und diese Promotion wird immer weitergehen, wenn der Stierkampf nicht ernsthaft kriminalisiert und vom Gesetz verboten wird.
Wir haben Ihnen schon mehrfach unsere Bedenken übermittelt und Sie haben uns jedes Mal liebenswürdigerweise geantwortet, wofür wir Ihnen danken möchten.
Indem wir Sie nochmals um Ihre wohlwollende Aufmerksamkeit bitten, grüßen wir Sie
hochachtungsvoll
Josyane QUERELLE-RIQUIER
Präsidentin der F.L.A.C.
| Antwort von Dominique BAUDIS, Präsident CSA |
Auszug aus seinem Brief vom 15. September 2005:
(…) Ebenfalls muss ich Ihnen sagen, dass der Rat sich sehr wohl bewusst ist, dass die Programme mit Stierkämpfen Bilder enthalten, welche die Empfindungen von Kindern verletzen und sie in Angst versetzen. Diese Bildfolgen sind, wenn sie nicht ohne Warnung ausgestrahlt werden, dazu geeignet sind, Quälereien an Tieren zu banalisieren.
Aus diesem Grund und in Folge mehrerer Beschwerden von Fernsehzuschauern hat der Rat einen Brief an Herrn Marc Tessier, Präsident von France Télévisions, geschrieben und ihn aufgefordert, das Magazin "Tiercios" auf dem Sender France 3 Aquitaine mit der Warnung " unter 10 Jahren nicht geeignet " zu versehen. Der Rat empfiehlt ebenfalls, so weit es möglich ist, die Sendung nicht am Sonntag Morgen auszustrahlen, während einer Sendezeit, in der Kinder oft alleine am Fernseher sitzen.(...)
|
* CSA = Conseil supérieur de l'audiovisuel (Oberrat für audiovisuelle Medien)
La Traviata-Regisseur nimmt Stierkampf auf die Hörner
Wer kennt ihn schon in Deutschland, den Jetset-Journalisten Henry-Jean Servat? Im Magazin Paris Match sind seine Interviews mit den Sternen am Medienhimmel und seine Reportagen große Knüller. Auch als Buchautor ist der Doktor der Literaturwissenschaften kein Leichtgewicht. Seine Bücher über Barbara, Dalida, Alain Delon, Jean Marais sind in Frankreich Bestseller.
In Saint Tropez ist er bekannt wie ein bunter Hund, denn wer will nicht von ihm interviewt werden. An der Côte d'Azur ist er fast so berühmt wie Brigitte Bardot, die für sein Buch "Légende de Saint-Tropez" sogar das Vorwort geschrieben hat. Als große Tierfreunde lehnen beide den Stierkampf als Relikt aus barbarischen Zeiten entschieden ab. Damit halten sie nicht hinter dem Berg!
Nachdem Henry-Jean Servat schon so viele Stars in Szene gesetzt hat, wagte er sich nun daran, die Verdi-Oper La Traviata "open air" zu inszenieren. Vor der prächtigen Kulisse des Château de Vaux le Vicomte an der Seine ist sie gerade jetzt zu sehen. 26 Aufführungen sind in Frankreich und Belgien vorgesehen.
Wie jeder Opernkenner weiß, hat Verdi in seiner Oper eine Stierkampfszene eingeflochten. Wie hat sich dabei Henry-Jean Servat als Stierkampf-Gegner aus der Affäre gezogen? Mutig nimmt er im Programmheft seiner Oper dazu Stellung und fordert auf, den Stierkampf nicht als Fatalität hinzunehmen und die Stierkampfgegner zu unterstützen. Hier ein Auszug aus der frei übersetzten Erklärung:
"La Traviata ist eine sehr feinsinnige Oper, in der jedoch leider im ersten Bild des zweiten Aktes eine Szene vorkommt, die den Stierkampf und die Stiertöter glorifiziert.... Ich konnte diese Szene nicht einfach weglassen. Ich habe mich also entschlossen, den Matador - dank des großartigen Talents des Tänzers Guillaume Bordier - wie ein im Stierkampf sterbenden Stier darzustellen. Ich nutzte also diese Situation, um wieder einmal meine uneingeschränkte, unerbittliche und unerschütterliche Gegnerschaft zu diesem scheußlichen Spektakel zum Ausdruck zu bringen. Der Stierkampf hat nichts mit Kultur und Geschichte zu tun, sondern nur mit Grausamkeit.....
In diesen schwierigen Zeiten scheint Tierquälerei angesichts der Konflikte, die Völker entzweien, nicht wichtig zu sein. Wir leben in einer Welt, in der Gewalt neue Gewalt und Grausamkeit neue Grausamkeit erzeugt. Dieses zerstörerische Aufschaukeln ist nicht unabwendbar, wir müssen reagieren und wir dürfen das Unakzeptable nicht mehr hinnehmen.......
Vor 150 Jahren hat Victor Hugo, Zeitgenosse von Guiseppe Verdi, erklärt: "Einen Stier zum Vergnügen zu quälen, ist mehr als ein Tier zu quälen, es ist die Quälerei des Bewusstseins." Ebenso wie man sich früher an Gladiatorenkämpfen, Hexenverbrennungen und öffentlichen Hinrichtungen ergötzte, begeistern sich heute immer noch einige Menschen am Todeskampf und am Töten, um damit ihre Ängste auszutreiben und ihren Todestrieb zu befriedigen. Lasst uns mit diesen Grausamkeiten Schluss machen, indem wir die Organisationen unterstützen, die sich dieser philosophisch und ästhetisch großartigen Aufgabe widmen.
Nieder mit dem Stierkampf, es lebe die Zivilcourage!"
Die Logos der wichtigsten französische Tierschutzorganisationen, die sich gegen das Quälen und Töten in den Arenen wenden, schließen die Erklärung ab.
Der ungekürzten Text in französischer Sprache können Sie hier lesen.
Henry-Jean Servat ist eine der wenigen mutigen Stimmen in den französischen Medien, die diese Barbarei anklagen. Die südfranzösische Zeitung "Midi Libre" steht an der Spitze des Gefälligkeitsjournalismus, der den Stierkampf verherrlicht, und ausgerechnet dort begann Henry-Jean Servat seine Carriere. Es war eine fruchtbare Lehrzeit!
Bitte gratulieren Sie Henry-Jean Servat für seine Courage und ermutigen Sie ihn, weiterhin seine Stimme gegen die Tierquälerei zu erheben: mailto:henry-jean@servat.net
Auch die F.L.A.C. gratulierte Henry-Jean Servat mit ihrem Brief vom 29. Juli 2005 zu seinem Mut, im Programmheft der von ihm inszenierten Oper ohne Scheu und Umschweife darüber geschrieben zu haben, was er vom Stierkampf hält, und dafür, dass er seine Überzeugung unmissverständlich zum Ausdruck gebracht hat. Als Künstler, der im Rampenlicht steht, gehört besonders viel Mut dazu, dem Druck von allen Seiten Stand zu halten und sich mit den Organisationen, die unaufhörlich die Abschaffung der Barbarei in den Arenen fordern, zu solidarisieren.
Wir gratulieren der Zeitschrift "CHEVAL MAGAZINE"
Septembre 2005 - N° 406.
Frau
Catherine DURAN-BANCELIN
Generaldirektorin
BP 60
78490- MONTFORT-LAMAURY
Agde, den 8. September 2005 .
Betreff : Gratulation zu Ihrem Artikel
Sehr geehrte Frau Duran-Bancelin,
Wir möchten Ihnen sehr herzlich zur Ausgabe Nr. 406 (September 2005) des CHEVAL MAGAZINE gratulieren, in deren Leitartikel die Chefredakteurin Laurence Marchand-Buon die Frage nach dem Verbot des Stierkampfs gestellt hat.
Dass die Kraftprobe zwischen Befürwortern und Gegnern des Stierkampfs kein Ende nimmt, liegt daran, dass der Stierkampf in Frankreich leider die Unterstützung vieler bekannter Persönlichkeiten und einer nicht zu leugnenden Propaganda in den Medien findet, obwohl 80 % der Franzosen den Stierkampf ablehnen.
Diese Modeerscheinung wird zwangsläufig nachlassen, und wir werden unseren gemeinsamen Kampf, den wir seit bald 15 Jahren führen, fortsetzen , um schließlich die endgültige Abschaffung dieser schändlichen Gepflogenheit in unserem Lande zu erreichen.
Damit das passiert, haben wir zahlreiche Aktionen organisiert, darunter auch eine Petition, die fordert, den Einsatz von Pferden bei Stierkämpfen zu verbieten.
Diese Strategie hätte, wenn sie Erfolg hat, den Vorteil, den Stierkampf mit Einsatz von Pferden verschwinden zu lassen, so dass es danach nur noch "becerrades" oder "novillades" (Stierkämpfe ohne Pferde) gäbe. Diese Veranstaltungen ziehen weniger Publikum an und unsere Arbeit wäre damit sehr erleichtert.
Wir rechnen also sehr stark mit Fachzeitschriften, wie CHEVAL MAGAZINE, die uns in unserer Sache großartig helfen!
Mit dieser ermutigenden Perspektive möchten wir Ihnen nochmals für ihren mutigen Artikel danken und verbleiben
Mit freundlichen Grüssen
Die Präsidentin der FLAC
Josyane Querelle
Anlage :Unsere Petition "CHEVAL" und Erläuterung
Hier können Sie der Zeitschrift gratulieren: lecteurs@chevalmag.com
INTELLEKTUELLE SELBSTBEFRIEDIGUNG BEI STIERKAMPF-KOLLOQUIUM IN PARIS
Die Ecole Normale Supérieure in Paris, eine der "Grandes Ecoles" Frankreichs, beschäftigt sich in einem Forum mit der "Ethik und Ästhetik der Corrida".
Jacques Derrida, der große französische Philosoph, der im Jahr 2004 gestorben ist, würde sich im Grabe umdrehen, wenn er wüsste, dass seine Schule, die Ecole Normale Supérieure (ENS), am 16. und 17. Dezember 2005 ein Kolloquium über "Ethik und Ästhetik der Corrida" veranstaltet hat. Von seiner Gegnerschaft zu dieser Barbarei, bei der jährlich im Süden Frankreich Tausende von Stieren öffentlich vor blutlüsternen Zuschauern grausam gequält und umgebracht werden, machte er zu Lebzeiten keinen Hehl und solidarisierte sich mit den Stierkampfgegnern, die ihn sogar zum Ehrenpräsidenten erhoben.
Hätte die Schule auch ihr ehrwürdiges ehemaliges Mitglied zu dem Kolloquium, dessen Programm keinen Zweifel an seiner Tendenz zuließ, eingeladen? Dagegen scheuten sie sich nicht, sich der Unterstützung der Tauromachie, wie in Frankreich das Drumherum des Stierkampfs und die Corrida selbst genannt wird, zu versichern. Die Stadt Nîmes, eine Hochburg dieser Tierquälerei, und vor allem der sehr geschäftstüchtige Stierkampfpromoter Simon Casas, Veranstalter der Gemetzel in der antiken Arena von Nîmes und Aspirant für die Madrider Stierkampfarena, wurden dem Programm als Sponsoren vorangestellt und als Anwesende bei der Eröffnung des Kolloquiums entsprechend gewürdigt. Nach einer kritischen Betrachtung der kodifizierten Tierquälerei wird man im Programm vergebens suchen und die Einladung von Kritikern verbot sich von selbst.
Immer mehr versuchen die Stierkampfpromoter sich im akademischen Milieu ein Alibi zu schaffen und ihr blutiges Folterhandwerk mit intellektuellem Weihrauch zu vernebeln. Auf diesen Trick fällt ein Grossteil der französischen Schickeria herein, die gierig die pseudointellektuellen Argumente aufnimmt, um damit beim Apéritiv und anderen Events zu glänzen. Ernsthafte Gespräche über die blutige Banalität des Stierkampfs sind dort nicht opportun und Leute, die es wagen, das Thema anzuschneiden, gelten als Spaßverderber und werden als Gesprächspartner gemieden.
Die Pariser Presse lässt sich ebenfalls vor den Wagen des Stierkampfkolloquiums spannen. So schrieb die linksintellektuelle Zeitung Libération : "Das Prestige des Veranstaltungsortes und die Ernsthaftigkeit der Gespräche haben das Kolloquium zu einer "Première" in der Geschichte des französischen Stierkampfs gemacht." In der französischen Hauptstadt wurde schon immer Geschichte gemacht und nun wird mit dem Kolloquium der Geschichte der Grausamkeiten ein blutiges Kapitel hinzugefügt. Immerhin erwähnte Libération abwertend, dass ein paar "Animalisten" an der merkwürdigen Veranstaltung teilnahmen und unterstrich damit wieder einmal ihre Geringschätzung für die Stierkampfgegner, die der Schickeria im Sommer das Ferienvergnügen im Midi vermasseln wollen.
Den Beobachtern der F.L.A.C. , Dachorganisation der französischen Stierkampfgegner, drehte sich während der Veranstaltung, die sie als "intellektuelle Diarrhö" empfanden, der Magen um. Von den beiden "feindlichen" Beobachtern abgesehen, waren die Stierkampffanatiker im Saal Dussane unter sich. Francis Wolff, Direktor der Abteilung Philosophie der ENS, gab mit seiner Einleitung klar die Richtung vor: Der Stierkampf ist eine "Quelle der Inspiration für Schriftsteller, Musiker, Choreographen etc." und "gehört mythisch und anthropologisch gesehen zur kodifizierten Schauspielkunst". Die Veranstaltung soll nicht zur Corrida, die er im gleichem Atemzug als eine "culture de l'exception" hervorhob, bekehren. Den Torero rückt er in die Nähe der stoischen Weisen: " Man beherrscht seinen Gegner, weil man sich in erster Linie selbst beherrscht. Man dominiert den Stier, weil man seine eigenen Gefühle dominiert. (…). Man muss den Stier oder den Tod streifen, damit man sich als davon losgelöst erweist. "
So ging es immer weiter mit der philosophischen Akrobatik. Eine ganze Reihe von Philosophen und Schriftsteller wurden zitiert und auf ihre Tauglichkeit zur philosophischen Begründung der Stierkampfbarbarei abgeklopft: Aristoteles, Kant, Nietzsche, Sartre, Hemingway usw. Bei Kant wurde zumindest eingeräumt, dass er die Corrida wohl nicht gemocht hätte, obwohl er das Tier als Sache einstufte. Alain Renaut, Professor an der Sorbonne, legte weiterhin dar, dass der Stier die rohe Gewalt darstellt und alles Unmenschliche verkörpert, das in uns Menschen schlummert. Voilà, die Rechtfertigung für das brutalen Abschlachten der Stiere in der Arena! In dem Forum stellte niemand die Corrida in Frage, niemand stellte die Frage, ob der Stierkampf wie Gladiatorenkämpfe und Hexenverbrennungen nicht schon längst moralisch überholt sei.
Die ENS und die teilnehmenden Professoren, darunter Mitglieder der Académie Francaise, stellten sich mit dieser Veranstaltung ein Armutszeugnis aus. Um dieses Niveau zu halten, stellt sich nun die Frage, wann wohl die ENS ein Kolloquium über die Ethik und Ästhetik des Alkoholismus veranstaltet? Für dieses Thema böte sich Hemingway ebenfalls als ergiebige Referenz an. Warum veranstaltet die Schule nicht auch ein Kolloquium über den ethischen und ästhetischen Wert von Hahnenkämpfen, die sich in Frankreich immer noch einer grausamen vom Gesetz tolerierten Tradition erfreuen.
Die Philosophen der ENS sind wohl im Denken Descartes' steckengeblieben und sprechen Tieren jegliches Empfindungsvermögen ab. Man sollte sie daran erinnern , dass Pythagoras schon im 6. Jahrhundert v.Chr. jegliche Gewalt gegenüber Tieren ablehnte, in einer Zeit, in der es noch keine Corrida gab. In der griechischen Hochkultur hatte diese Unkultur keinen Platz! Nicht einmal den Mithras-Kult, bei dem Stiere im Verborgenen und ohne qualvolle Agonie dem Gott Mithras geopfert wurden, können die Stierkampfintellektuellen als kulturelles Alibi anführen.
Sind die Geistesgrößen der ENS in ihrem Denken schon so weit abgehoben, dass sie nicht zu der Erkenntnis fähig sind, dass es sich beim Stierkampf einzig und allein um grausame Tierquälerei handelt, die durch keine Ethik und Ästhetik zu rechtfertigen ist? Diente das Forum nur dazu, die eigenen Lust an der Folter und am grausamen Tod von empfindsamen Lebewesen philosophisch zu entschuldigen? Keine noch so fein gesponnene und im Grunde perverse Rechtfertigung kann darüber hinwegtäuschen, dass der Stierkampf eine der grausamsten Tierquälereien ist, zu der Menschen fähig sind.
Mit seinem Kolloquium wurde die Ecole Normale Supérieure zum Komplizen von Folterknechten, die jährlich Tausende von Stieren unter dem Beifall einer blutrünstigen Menschenmenge bestialisch quälen und abstechen!
Anke und Karl Daerner
23.06.2006
Quellen (in französischer Sprache):
ENS
Libération
FLAC

|
| Die Komitees |
 |
Nîmes / Gard |
 |
Paris / IdF |
 |
Carcassonne |
 |
Toulouse |
|
| Die Kommissionen |
Jugendschutz
 |
UNICEF Aktion:
"Kinderfreundliche Stadt" |
 |
Aktion " Kinderfreundliche Stadt " Brief an die Vereinigung französischer Bürgermeister
|
 |
Affäre St-Sever (Landes) |
 |
Claire Brisset von der Organisation "Défenseure des enfants" sagt uns in ihrem Brief vom 1.Juni 2005 ihre Unterstützung zu |
 |
Labarthe-sur-Lèze: Kinderzeichnungen mit Szenen vom Stierkampf |
|
Cliquez auf dem Plakat, um zu vergrößern
|